Coq au Vin

Den US-Kochbuch-Klassiker Mastering the Art of French Cooking Boxed Set: Volumes 1 and 2 hatte ich auf meine Wunschliste gesetzt, nachdem ich Julie & Julia♥♥ gesehen hatte. Die portraitierte Foodbloggerin war mir zwar von Anfang bis Ende unsympatisch – und Julia anscheinend auch – aber die Liebe zur französischen Küche, die in den Episoden über Julia Child gezeigt wurde, hat mich mitgerissen. Bisher hatte ich genau ein Rezept aus dem ersten der zwei Bücher nachgekocht: Poulet au Porto. Ein wunderbar cremiges Geflügelgericht, das aber recht aufwendig ist.

Diesmal sollte es Coq au Vin werden. Beim Lesen des Rezeptes kamen böse Erinnerungen an meinen ersten Versuch mit dem Portweinhähnchen hoch. Am Ende war es aber gar nicht so schlimm.

Zutaten für 4 bis 6 Portionen

  • 1 Brathähnchen oder Huhn von ca. 1,5 (unseres hatte 1,7 kg)
  • 100g magerer Speck
  • 250 – 350 ml Hühnerbrühe oder andere Brühe (bei uns: Kalb)
  • 600 ml Rotwein (z. B. Burgunder, Beaujolais)
  • 60 ml Cognac
  • 2 Teelöffel Tomatenmark
  • 2 Knoblauchzehen
  • 250g Champignons
  • Thymian (ca. 1/4 Esslöffel)
  • 1 Lorbeerblatt
  • 250g Champignons
  • Salz
  • Pfeffer
  • 90g Butter
  • 30g Mehl
  • 2 Teelöffel Öl
  • Petersilie

Außerdem die Zutaten für geschmorte Zwiebeln

Im Gegensatz zu Julia, beginnen wir auch mit den Zwiebeln. Bis das Huhn fertig ist, sind die Zwiebeln auch soweit. Sollten sie früher gar sein, ist das nicht schlimm. Einfach beiseite stellen.

Den Speck würfeln und in etwas Wasser etwa 10 Minuten simmern lassen. Währenddessen das Huhn zerlegen. Flügelspitzen, Hals und Rücken für Brühe verwenden.
Dann den Speck in kaltem Wasser abspülen und trockentupfen. 30 g Butter in einem Bräter erhitzen und den Speck darin langsam anbraten. Der Bräter sollte groß genug sein, um das Huhn darin garen zu können.

Wenn der Speck leicht angebräunt ist, aus der Pfanne entfernen und beiseite stellen. Stattdessen das Huhn in den Bräter geben und anbraten. Mit Salz und Pfeffer würzen (1/2 Teelöffel und 1/8 Teelöffel) und den Speck wieder dazugeben. Bei geschlossenem Deckel ungefähr 10 Minuten bei mittlerer Hitze garen lassen, dabei einmal wenden.

Jetzt kommt der spannende Teil.
Das Huhn mit dem Cognac übergießen und anzünden. Vorsicht, nicht die Augenbrauen abfackeln! Den Bräter vorsichtig bewegen und schütteln, bis die Flammen erloschen sind.

Jetzt den Wein dazugeben und nur so viel Brühe, bis das Huhn bedeckt ist. Tomatenmark, zerdrückten Knoblauch, Thymian und das Lorbeerblatt unterrühren. 25 – 30 Minuten köcheln lassen. Dann sollte das Huhn gar sein. Wenn nicht, weiterköcheln.

Während das Huhn langsam gart, mal nach den Zwiebeln schauen und die Champignons zubereiten. Dazu in einer Pfanne 30 g Butter und 2 Teelöffel Öl erhitzen. Das Fett muss ordentlich heiß sein. Die Pilze im Ganzen dazugeben und für ein paar Minuten die Pfanne schütteln und schwenken. Die Pilze pfeifen dann ein wenig. Wenn sie leicht gebräunt sind, vom Herd nehmen.

Sauteed mushrooms
(Nicht verwirren lassen, wir hatten braune Champignons.)

Wenn das Huhn gar ist, muss es kurz an die kalte Küchenluft. Die Soße noch ein paar Minuten köcheln lassen. Dabei das Bratfett abschöpfen. Dann aufkochen und die Flüssigkeit auf ca. 500 ml reduzieren. Nochmal mit Salz und Pfeffer abschmecken und das Lorbeerblatt rausfischen. Die Soße vom Herd nehmen.

Nun aus 30 g Butter und ebensoviel Mehl eine Paste anrühren. Dazu zum Beispiel mit einem Spatel auf einer Untertasse das Mehl in die Butter einarbeiten. Es sollte eine gleichmäßige Paste entstehen. Diese Paste mit einem Schneebesen in die Soße einrühren. Wieder erhitzen und 1-2 Minuten köcheln lassen. Dabei beständig rühren, bis die Soße leicht angedickt ist. Jetzt darf das Huhn wieder in die Pfanne und auch Pilze und Zwiebeln gesellen sich dazu. Über alles mit einem Löffel Soße verteilen. Vor dem Servieren noch ein paar Minuten köcheln lassen, so dass alles heiß ist. Zum Schluß mit etwas Petersilie garnieren.

Bei uns gab es Kartoffelbrei dazu.

Coq au vin

  1. Amazon-Link []
  2. ♥♥ Amzon-Link []

Geschmorte Zwiebeln

Es sollte Coq au vin geben und Julia möchte, dass wir Brown-braised Onions (Oignons Glaces a Brun) dazugeben. Die haben sich am Ende als derart schmackhaft erwiesen, dass sie zukünftig wahrscheinlich an alle Braten wandern.

Für 12 Stück:

  • 12 mittlere oder bis zu 24 kleine Zwiebeln
  • 20g Butter
  • 1 Esslöffel Öl
  • 1/8 Liter Brühe, Wein oder Wasser
  • Salz und Pfeffer
  • 4 Stengel Petersilie
  • 1 kleines Lorbeerblatt
  • Thymian (ca. 1/4 Teelöffel)

In einem Topf Butter und Öl erhitzen. Der Topf sollte groß genug sein, dass alle Zwiebeln bequem nebeneinander passen. Die Zwiebeln schälen und bei mittlerer Hitze von allen Seiten leicht anrösten. Das dauert ca. 10 Minuten. Je größer der Topf ist, desto einfacher ist es, die Zwiebeln gleichmäßig zu bräunen. Da auf meinem Herd noch mehr Töpfe unterzubringen waren, habe ich die kuschlige Variante gewählt.

Brown-braised onions

Wenn die Zwiebeln einen zufriedenstellenden Bräunungsgrad erreicht haben, mit der Flüssigkeit ablöschen. In unserem Kühlschrank stand noch Kalbsfond, deshalb habe ich den genommen und mir Salz und Pfeffer gespart. Die Kräuter kamen vom Balkon. Alles abdecken und ca. 40 bis 50 Minuten leicht köcheln lassen. Die Zwiebeln sind fertig, wenn sie weich sind, aber noch nicht zerfallen. Die Flüssigkeit ist dann fast verkocht. Hier auf dem Bild ein Zwischenstand.

Brown-braised onions

Die fertigen Zwiebeln samt restlichem Sud entweder an das gewünschte Gericht geben oder mit anderem Gemüse als Beilage servieren. Sie schmecken süßlich und durch den Fond gleichzeitig herzhaft. Die roten waren nicht ganz so gut, weil sie recht wenig Gescmack hatten, die normalen Speisezwiebeln ein Gedicht. Alternativ kann man auch Perlzwiebeln, Silberzwiebeln oder Schalotten verwenden.

Coq au vin

Sonntagstee – Milky Oolong Karamell

Wo genau ich etwas über Milky Oolong gelesen habe, weiß ich nicht mehr genau. Es klang allerdings interessant und so erwarb ich beim Besuch in einem der Kieler Teeläden etwas Milky Oolong Karamell. Allein der Duft war es wert. Süß und buttrig duftet es aus der Dose. Himmlich.

Der Duft hält sich auch nach dem Aufgießen. Die Karamellnote tritt dann aber schon merklich zurück und für mich kam der blumige Geruch von grünem Tee mehr zur Geltung. Im Mund war von Karamell dann nichts mehr übrig, auch wenn der Aufguss ein leichte Süße aufweist. Mit ein wenig Zucker kann man es wieder hervorlocken, aber auch ohne lässt sich dieser Tee gut trinken. Der Geschmack variiert von Aufguss zu Aufguss. Der zweite war wesentlich blumiger als der erste, der dritte weniger süß. Die leichte Cremigkeit erhält sich über die Aufgüsse hinweg. Aber nur der erste hat mich an süße Kondensmilch erinnert.

Milky Oolong Karamell

Die Zutaten kann ich nicht mit Bestimmtheit nennen, weil ich vergessen habe, nachzufragen. Auf dem Label stand nichts. Ich vermute allerdings, dass es sich um die selbe Sorte handelt, die man auch online zuhauf findet, wenn man nach dem Namen sucht. Demnach wären neben Grünem Tee und dem Milcharoma, mit dem die Blätter angeblich bedampft werden, auch noch Weißer Tee und weiteres Aroma enthalten.

Damals und heute – eine Nabelschau

Aus gewissen Gründen kam ich neulich in die Verlegenheit, meine Zeugnismappe durchzublättern. Dabei viel mir das Gutachten in die Hand, das meinen weiteren schulischen Weg ebnen sollte – der sich zufällig auch mit meinen Vorstellungen und denen meiner Eltern deckte. Das Gutachten ist mittlerweile 20 Jahre alt, aber im Kern noch immer richtig.

S. liest sehr gern und verfügt daher auch über ein umfangreiches Grundlagenwissen in allen Fächer.

Unnützes Wissen habe ich schon immer aufgesaugt wie ein Schwamm. Gleichzeitig kann ich mich bis heute nicht für ein Themenfeld entscheiden. Warum auch? Um es mit Dean Winchester zu sagen: Dean: We know a little about a lot of things; just enough to make us dangerous. (SN 2#08)

Sie ist in der Lage, Planungsschritte selbst zu entwerfen.

Heute würde man das wohl Methodenkompetenz nennen.

Sie kann mit der Arbeitszeit veranwortlich umgehen und ihre eigenen Ergebnisse richtig kontrollieren.

DAS Talent ist mir irgendwann verloren gegangen. Und insgeheim glaube, nein weiß ich, dass ich auch schon vor 20 Jahren gut abzulenken war. Das habe ich einfach damit ausgeglichen, dass ich schnell genug war und in letzter Minute alles fertiggestellt habe. Mittlerweile weiß ich immerhin, wie ich die letzte Minute noch besser nutze.

Sie bringt viele Idee und zusätzliche Materialien in den Unterricht mit, was das Geschehen aktiviert.

Ich war also eine olle Angeberin und habe gern gezeigt, was ich für schöne Sachen habe. Heute nutze ich dafür Instagram.

Bei der Anfertigung von schriftlichen Arbeiten sollte sie die Arbeitsweise verbessern.

Meine Sauklaue ist mir erhalten geblieben. Dafür bin ich mittlerweile in der Lage, meine Gedanken strukturierter zu Papier zu bringen. Sollte man nach Abitur und Hochschulstudium wohl auch erwarten dürfen. Dafür fasse ich mich noch immer gern kurz.

In der Gruppenarbeit entwickelt sie gern zusätzliche Lösungen, sollte jedoch die Beziehungen unter Partnern noch besser gestalten lernen.

Einmal Besserwisserin, immer Besserwisserin. Immerhin werde ich heute dafür bezahlt. Und was kann ich denn dafür, wenn die anderen keine Ahnung hatten und nicht auf mich hören wollten?!

S. ist eine aufgeschlossene, höfliche und sehr hilfsbereite Schülerin.

Ach kuck. Heute würde da wohl flexibel, umgänglich und lösungs- und kundenorientiert stehen. Alles beim Alten also.

Jetzt würde mich ja mal die Empfehlenden Beurteilungen von Euch interessieren. Anne Schüßler? Anke Gröner? Frau Casalinga? Irgendwer?

Bald

#TitleFx