Eingefangen …

… habe ich mir einen Virus und melde mich daher für diese Woche ab. Lichtblick am Horizont: Ich könnte ihn von Shatner haben.

Destination Projektende

Das Projekt frisst die letzten Nerven auf, so dass ich mich frage, ob es eine gute Idee ist, morgen nach Frankfurt zu fahren. Ein Wochenende daheim auf der Couch würde mir auch gut tun. Ich baue darauf, dass sich die euphorisierende Wirkung von Con-Besuchen zeitnah einstellt. Spätestens wenn Bill auf der Bühne steht, sind wahrscheinlich alle Zweifel weg. Shatnerism als Stressbewältigung. Wenn er das mitbekommt, vermarktet er es glatt.

Kulinarischer Reiserückblick: Boston

Durch kaum etwas kann man sich ein Reiseziel und eine Kultur so erschließen wie durch das aufgetischte Essen. Gerade die US-amerikanische Küche ist viel vielseitiger als man denkt und hält einiges an lokalen Spezialitäten bereit. Durch ein paar davon habe ich mich letzte Woche – sehr zum Spaß meiner Gastgeber – gefuttert.

New England Clam Chowder
Eine sämig-cremige Suppe aus Kartoffeln, (Venus-)Muscheln und Sahne. Ich liebe Clam Chowder und könnte mich nur davon ernähren. Clam Chowder sättigt und wärmt.
Diesmal habe ich sie im The Four’s in Boston sowie bei Chili’s genossen. Beide waren gut, Chili’s führt leicht. Clam Chowder lässt sich auch gut daheim kochen. Dank einer großzügigen Gastgeberspende kann ich das jetzt auch mal mit „Old Bay“ probieren, einer Gewürzmischung, die häufig für Meeresfrüchte genommen wird.

Gumbo
Gumbo wollte ich schon immer mal probieren, habe es aber es noch nie gemacht. Der kräftige kreolische Eintopf ist ganz nach meinem Geschmack. Ich habe ihn in der Mandantenkantine gegessen und zwar in der Variante mit Meeresfrüchten und Cashew-Kernen. Himmlisch.

(Rock) Crab Cake
Krabbenbuletten – muss ich noch mehr sagen? Habe ich ebenfalls zum ersten Mal probiert, bin ihnen aber sofort verfallen. Mehr als einen als Vorspeise oder vielleicht zu einem Salat dazu, mag ich aber nicht essen.

Portsmouth Pie
Etwas meeresfrüchtelastig hier, was? Den Portsmouth Pie habe es im Common Man in Windham, New Hampshire. Fischfilet, Jakobsmuscheln, Krabbe und Hummer, gegart in einer reichhaltigen Hummersoße und mit einer Kruste aus Ritzbröseln versehen. Himmlisch. Dazu gab es Kartoffelpüree – geht immer – und Butternutkürbispüree – aber super.

Der Rest der Mahlzeiten war relativ durchschnittlich aber gut. Chicken Fingers (einmal in der Kantine, einmal bei Chili’s), eine Schüssel Chipotle Shrimp Fresh Mex (Chili’s), Fried Chicken mit Kartoffelbrei und Soße (Hotelabendessen), ein dick-belegtes Roastbeef-Sandwich (Kantine), Pasta Alfredo mit Hummer und Hummer-Cognac-Soße (Four’s) und ein bisschen Süßkram wie Cookies, Peanutbuttersandwiches, Brownie mit Eis und ein Peacan Pie.

Herrlich. Als Bonus gab es noch ein Rezept für Chicken Pot Pie, das ich am Wochenende ausprobieren werde.

Let it snow

Ich bin also in den Usa. An der Ostküste. In Massachusetts. Knapp nördlich von Boston.
Hier sieht es derzeit so aus:

Das ist nicht schlimm, denn es sorgt für gemütliche Tage vor dem Kamin in der Hotellobby.

Wenn es hier schneit – zumindest in dem Umfang wie gestern, als innerhalb kürzester Zeit mal schnell 20 cm von dem weißen Zeug runter kamen – ist es nämlich automatisch Feierabend. Die Schulen und andere öffentliche Einrichtungen haben gar nicht erst aufgemacht, viele Firmen haben ihre Mitarbeiter nach Hause geschickt. Snow day. In Anbetracht des Straßenzustandes – die Rader Hochbrücke war selbst vor der Sanierung in besserer Verfassung – und der seltsam geregelten Räumungsverantwortlichkeiten ist das auch eine gute Idee. Die Bereifung meines Mietwagens ist eher nicht auf solche Verhältnisse ausgelegt und sorgte für munter durchdrehende Räder. Aber dafür hat man ja ein Fahrsicherheitstraining absolviert.

Von einem kleinen Ausflug an den nahegelegenen Fluss ließ ich mich deshalb auch nicht abhalten. Nachdem sich ohnehin kein Lieferdienst überzeugen ließ, etwas essbares zu liefern und das Tiefkühlangebot im Minishop mich nicht überzeugte, musste ohnehin eine andere Alternative her. Zu Fuß war der kleine Trail natürlich nicht erreichbar, daher musste erst das Auto freigelegt werden, um dann ca. 1 km zu fahren. Ein bisschen seltsam wird man schon angeschaut, wenn man verkündet, dass man freiwillig eine Runde durch den Schnee stapfen geht. Noch irritierender wäre es wohl nur gewesen, wenn ich angeboten hätte, den Parkplatz freizuschaufeln. Aber so sind wir halt, wir bekloppten Deutschen.