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Aufschub

Ich muss diese Woche wohl noch etwas länger auf meinen Gedanken rumkauen.

Grenzen

So wie der Körper heilt auch das Herz langsam. Ich muss nicht mehr jedes Mal weinen, wenn ich daran denke, was passiert ist. Oder davon erzähle. Das hilft.

Diese Woche war die erste, in der ich wieder arbeiten war. Auch das hilft. Irgendwann kann man einfach nicht mehr auf der Couch rumlungern und sich den Kopf zerbrechen. Also Ärmel hochkrempeln und etwas tun. Dank der Kollegen, die mir den Rücken freigehalten haben, waren nur wenige Dinge wirklich liegen geblieben. Aber doch genug, um mir zu zeigen, dass sich Grenzen verschoben haben – oder zumindest meine Wahrnehmung davon. Mittwoch war kein sonderlich stressiger, dafür aber ein langer Tag. Erst ein kurzer Vortrag auf einer externen Veranstaltung, nachmittags dann noch ins Büro, um das Postfach zu leeren und ein paar administrative Dinge zu erledigen. Am Ende wurde es dann wieder reichlich spät und am nächsten Tag bekam ich die Quittung. Mein Pensum schaffte ich zwar trotzdem, aber es wurde klar, dass das nicht lange gut gehen kann und wird. Gerade jetzt nicht, wo wir doch Pläne haben. So nenne ich das aktuell „Wir haben einen Pläne.„

Die nächste und auch die folgenden Wochen stehen also unter dem Motto der Grenzfindung- Ranpirschen, austasten, abstecken.

  1. Anderen war das schon länger klar. Jetzt haben sie einen Grund, sich einzumischen und mich regelmäßig daran zu erinnern. []

Ich weiß es doch auch nicht

Wie es mir geht. Wann es wieder gut ist. Jetzt ist erstmal weitermachen angesagt. Mit dem Alltag, der Arbeit und den kleinen Dingen. Es wird besser.

Auf der dunklen Seite der Statistik

Als ich Anfang August Mark Zuckerberg’s Ankündigung las, dass seine Frau Priscilla und er Eltern werden, berührte mich vor allem die Offenheit, mit der beide das Thema Fehlgeburt ansprachen. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt gerade einen sogenannten frühen Abort in der fünften Schwangerschaftswoche hinter mir. Das kam plötzlich und überraschend, da es aber so früh in der Schwangerschaft passiert war (immerhin ist man zu diesem Zeitpunkt gerade mal 2-3 Wochen schwanger), war ich relativ schnell drüber hinweg. So schlimm die Erfahrung im ersten Moment auch war – ich war noch dazu im Ausland und allein – so „normal„ erschien sie mir nach einiger Recherche doch auch. Je nach Quelle ist von einer Fehlgeburtsrate bis zu 70% in den ersten sechs Wochen die Rede. Ich wurde direkt danach auch wieder schwanger und war guter Dinge.

Anfang dieser Woche war das Glück dann auch schon wieder dahin. Bereits vor 2 Wochen – rechnerisch hätte ich in der neunten Woche sein sollen – war meinem Frauenarzt aufgefallen, dass die Entwicklung nicht passte. Größentechnisch sah alles eher nach der siebten Woche aus. Da das kleine Herz schlug und aufgrund der Fehlgeburt kurz vorher eine Verschiebung möglich sein konnte, war ich erst einmal beruhigt. Jetzt, zwei Wochen später, sollte die Entwicklung kontrolliert werden, um den Geburtstermin zu bestimmen. Leider kam alles anders. Der Embryo war nur minimal gewachsen und – viel schlimmer – man sah keinen Herzschlag mehr. Ein Schock. Um sicherzugehen, dass nicht doch nur ein Darstellungsfehler vorlag – vielleicht hat sich das Kleine nur doof gedreht? – wurde ich für Mittwoch erneut einbestellt. Es folgten die vielleicht schlimmsten 2 Tage meines Lebens. Immer zwischen Hoffen und Bangen. Was tun? Hoffen und beim nächsten Termin den Boden unter den Füßen verlieren? Oder sich schon mit dem schlimmsten Fall abfinden? Da ich mich von Tag zu Tag immer weniger schwanger fühlte, entschied ich mich für letzteres – und musste recht behalten. Anzeichen hatte es vorher nicht gegeben. Keine Bauchschmerzen, keine Blutung. Das kleine Herz hatte einfach aufgehört zu schlagen. Nur von mir trennen wollte es sich anscheinend noch nicht. Selbst ein paar Tage später, unter wehenfördernder Medikation, die die anstehende OP ermöglichen sollte, mochte mein Körper nicht so recht mitspielen und machte es der Ärztin schwer – musste sich am Ende aber doch fügen. Seit Freitag 15 Uhr bin ich offiziell nicht mehr schwanger.

Ich kann nicht beschreiben, was aktuell in mir vorgeht. Seit der OP geht es langsam bergauf. Die Trauer kommt und geht, manchmal in den unpassendsten Momenten. Wenn es überhaupt einen passenden gibt. Zum Glück habe ich einen Mann aus der Serie „der beste Mann der Welt„ (vielleicht sogar des Universums), der mir zur Seite steht und mich aufmuntert. Oder einfach mal sein T-Shirt hinhält, wenn die Tränen wieder rollen. Gemeinsam blicken wir nach vorn und versuchen zurück in den Alltag zu finden. Vielleicht dann in naher Zukunft mit einem kleinen Abbild von uns.

Was bleibt ist die Unsicherheit. Sollen wir es einfach so erneut versuchen? Was, wenn es wieder schiefgeht? Kann man jetzt überhaupt schon etwas tun oder müssen wir wirklich abwarten, bis uns das Unglück ein drittes Mal ereilt?♥♥ Aktuell fühlen wir uns mit diesen Fragen noch ziemlich alleingelassen. Im Krankenhaus – wo das Thema wirklich sensibel angegangen wurde – versuchte man uns vor allem zu beruhigen. Zwei Fehlgeburten sind noch keine klinische Indikation. Aber was, wenn doch? Warum sollte man so etwas noch einmal erleiden müssen? Ist nicht eigentlich ein einziges Mal schon genug? Immerhin gibt es Studien, die darauf hinweisen, dass Frauen, die eine frühe Fehlgeburt erlebt haben, in Folgeschwangerschaften häufiger mit Angstzuständen und Depressionen zu kämpfen haben. Ich habe keine Antwort, hoffe aber, dass wir jemanden finden, der uns helfen kann sie zu beantworten. Denn versuchen werden wir es auf jeden Fall wieder.

  1. im Nachgang fiel mir auf, dass das schon seit ein paar Tagen der Fall war []
  2. ♥♥ Wovon ich nicht ausgehen möchte, aber ausschließen kann ich es ohne weiteres eben auch nicht! []