Erbstücke

Den aufdringlichen Makler sehen wir hoffentlich so schnell nicht wieder. Der Vertrag ist unterschrieben, übermorgen wird das Geschäft von den Alt- und uns demnächst Neubesitzern noch mit Sekt begossen. Man versteht sich. So gut, dass wir das neue Heim mittlerweile nicht mal mehr leer übernehmen. Ein komplettes Schlafzimmer bleibt, ein Wohnzimmerschrank im Stil Eiche rustikal, die Essecke in der Küche inklusive Tisch und Stühlen, ein ausziehbarer Tisch mit 6 Stühlen, Sideboards, eine Menge Elektronik – Futter für Techniktagebuchbeiträge –, Kellerregale, Gardinen, Gartengeräte, Tischdecken und – eines meiner Lieblingsstücke – eine Gefriertruhe. Wir freuen sich, dass wir ein paar mehr Möbel für die vielen Zimmer haben, die andere Seite freut sich, dass sie sich nicht um die Entsorgung kümmern müssen.

Der Notar – gesetzt, geduldig und unerwartet locker – nahm sich Zeit, alles zu erklären, nahm die letzten Änderungen in den Vertrag auf und beglückwünschte am Ende. Warum konnten nicht alle Beteiligten so sein?

Die Erlebnisse der letzten Woche machen noch immer nachdenklich. Viele Theorien, keine so richtig zufriedenstellend. Liegt‘s am ländlichen Umfeld, am Westen, an Norden, am Alter, am Thema, am Wetter, am Wochentag? Viele Fragen, keine Antworten. Nur eine Erkenntnis: wichtig ist, dass man trotzdem macht. Nicht einschüchtern lassen, nicht zurücknehmen. Auch mal unterbrechen, wenn man selbst ständig unterbrochen wird. Klar wär’s schöner, wenn’s ander ginge, einfacher. Aber da sind wir noch nicht. Irgenwann vielleicht mal. Wir arbeiten dran.

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Hauskauf = Männersache?

Ich arbeite als Frau in einem stark von Männern dominierten Bereich. In meinem Studiengang waren Frauen eindeutig in der Minderheit. Als Wahlpflichtfächer hatte ich mit Mathe und Informatik auch nicht unbedingt die Fächer gewählt, die einen starken Mädchenanteil hatten. Beispiele für unterschwelligen Sexismus kann ich für alle drei Phasen benennen. Aber nie trat er so offensichtlich und geballt auf wie bei unserem aktuellen Unterfangen, ein Haus zu kaufen. Dieser Hauskauf bietet so viele Beispiele von Alltagssexismus, dass ich manchmal Schnappatmung bekomme. Anscheinend sind es Makler und Bankberater es nicht gewohnt, dass Paare gleichberechtigt Wohneigentum erwerben. Weniger gefestigte und sich ihrer Fähigkeiten bewusste Persönlichkeiten könnte das glatt aus der Bahn werfen.

Da war der Makler, der sich bevorzugt mit den männlichen Anwesenden unterhielt. Meine Mutter und mich verwies er an die Dame des Hauses. Wir könnten uns ja schon mal die Küche und den Hauswirtschaftsraum anschauen. Letzteren beschrieb er anschließend an mich gewandt auch als „ihr zukünftiges Reich“. Beim abschließenden Gespräch über das weitere Vorgehen habe ich mich dann extra ihm gegenüber hingesetzt. Und obwohl im Wesentlichen ich das Gespräch mit ihm bestritt, wandte er sich fast durchgängig meinem Mann zu, der neben mir saß. Ich sprach zu seiner Schulter.

Da war der Bankberater, der den Tiger fragte, ob so ein Beraterleben mit viel Reisetätigkeit denn nicht anstrengend sei. Mehrmalige Hinweise, dass er da unsere Arbeitgeber miteinander verwechselt, blieben ungehört. Am Ende des Gespräches wollte er uns dann noch ein Gemeinschaftskonto andrehen, es wären auch zwei EC-Karten dabei. Ach, wirklich?

Da war der Schwiegermutter-Bekannte aus dem Bankwesen, der mit mir Kalkulation und Vertrag durchdiskutierte. Das lief soweit gut und auch wenn wir nicht den Empfehlungen des „Profis“ gefolgt sind, haben wir doch noch mal viel dazugelernt und fühlten uns beide ernstgenommen. Bis der Bekannte den Tiger, der bis dahin im Hintergrund geblieben war, fragte, ob er seine Visitenkarte haben möchte. Falls noch Fragen aufkommen. Perplex sah der erst zu mir und sagte dann, dass „wir“ das sehr gerne annehmen würden und die Karte bei mir doch besser und sinnvoller aufgehoben sei.

Für sich genommen mögen das Kleinigkeiten sein. Trotzdem stellt sich mir doch die Frage, in welcher Zeit wir eigentlich leben. Der Tiger und ich führen eine gleichberechtigte Beziehung. Tätigkeiten werden nach Begabung und Zeit verteilt. Wer’s am Besten kann und auch noch Zeit dafür hat, macht’s. So beseitigt er regelmäßig das Chaos, das ich in der Küche hinterlasse und ich kümmere mich meist um vertragliche und finanzielle Angelegenheiten. Behörden-, Versicherungs- und andere Verwaltungsgänge absolvieren wir wenn möglich gemeinsam. Viele der Akteure im Immobiliensektor scheinen das eher exotisch zu finden. Ist es wirklich so ungewöhnlich, dass man solche Entscheidungen gemeinsam fällt? Derart selten, dass Frauen sich mit den finanziellen Aspekten einer so weitreichenden Entscheidung beschäftigen wollen und können und es sich auch zutrauen?

Oder lassen sich andere vom Imponiergehabe abschrecken?

Die geschilderten Beispiele sind ja nur die sichtbare Spitze des Eisbergs. Es gibt so viele andere Dinge, die sich schwer benennen lassen, aber unterschwellig das Gefühl verstärken, dass man nicht so recht akzeptiert und vorallem respektiert wird. Non-verbale Ablehnung wie das geschilderte Wegdrehen. Die an sich harmlose Frage, wer denn ins Grundbuch eingetragen werden soll und das kurzangebundene „Achso“ als Reaktion auf unsere Antwort „Wir beide.“ Die technischen Aspekte, die man mir möglichst einfach zu erklären versucht. Die Rückfragen, ob ich das denn mit meinem Mann besprochen hätte. Ob die auch gekommen wäre, hätten wir es andersherum organisiert? Immerhin wurde ich nicht mit „Sehr geehrte Frau Tiger“ angeschrieben. Aber das kann ja noch kommen …

PS: Mich würde interessieren, ob es anderen Frauen auch so geht. Im näheren Umfeld waren es bis auf wenige Ausnahmen tatsächlich, die Männer, die federführend agierten. Liegen die Reaktionen am Ende tatsächlich daran, dass das in diesem Bereich so üblich ist?

  1. <10% im Erststudium, beim Zweitstudium waren wir in einer 12er-Gruppe immerhin zu zweit []

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Woanders – Blackberry-Tod

Ich habe mal wieder etwas für’s Techniktagebuch geschrieben.

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Leseempfehlung: Fürchten lernen

Percanta macht hier gerade etwas Großartiges und lässt uns an einem Teil lebendiger Geschichte teilhaben.
Bisher sind Hintergründe zum Projekt und den Akteuren zu finden. Nach und nach kommen die Tagebucheinträge dazu.

In ihrem persönlichen Blog hat sie etwas dazu geschrieben.

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Ist das bald vorbei? – Twitterlieblinge Juli 2014 – Fußballedition

Im Hause Tiger-Katze beschäftigen wir uns gerade mit so spannenden Fragen wie „Riester oder das Geld doch gleich verbrennen?“, „Für wie dumm halten einen Finanzierungsfuzzis eigentlich?“ und auch „Aufheben oder liegenlassen? Wir ziehen doch eh bald aus!“ Außrdem war der Juli dank diverser WM-Überraschungen sehr favouriten-reich. Deshalb hier erstmal nur Teil 1 von 2.

Fußball. Warren Ellis. Und als Bonus noch ein Koala.




Und dann kam das Spiel gegen Brasilien:




Während der Pause gabe es eine unangenehme Abkühlung




Diverse Einzelhändler dürften das sehr bereut haben:




Der olle David hatte dazu natürlich auch einen Kommentar:

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Woanders – Passkontrolle in Dallas

Ich habe beim Techniktagebuch einen Eintrag über die Passkontrolle in Dallas verfasst. Die beschleunigen die Kontrolle zwar, dafür fehlt mir aber der gestempelte Nachweis in meinem Pass. Nostalgischerweise hänge ich an denen. In Argentinien gibt es dafür sogar zwei Stempel. Einen für die Einreise und einen sobald man das Land wieder verlässt. Ob es sich lohnt, jetzt Stempelstationen an Flughäfen aufzubauen? Als Erinnerungsservice für alle, die problemlos durch die automatische Kontrolle gekommen sind?

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Cowboykatze

Es verbessert die Beziehung zum Gegeüber ungemein, wenn man sich den lokalen Gepflogenheiten anpasst. Für Texas kann ich die Investition in einen Cowboyhut und passenden Gürtel empfehlen. Beides lockert das steife Businessoutfit auf und sorgt für Lacher auf der Gegenseite. Und so ein original Stetson macht durchaus einiges her.

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Lebenszeichen 07/2014

Es ist gerade mal wieder furchtbar viel los.
In den Hauptrollen:

  • ein zauberhaftes Haus in idyllisch ländlicher Lage
  • eine geschäftliche Reise nach Texas inklusive dem kompletten Angebots-, Vertrags- und Auftragsbrimborium vorweg
  • ein Zahn mit Löchlein, der ausgerechnet jetzt noch behandelt werden möchte
  • technische Geräte, die ihren Dienst versagen
  • neue Aufgaben und Herausforderungen
  • eine enge Deadline und ein nicht ganz unkomplizierter Mandantenapparat

Und zwischendrin immer mal wieder die Frage Ist schon wieder Vollmond?

Aber das wird schon werden.

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Platz, Platz, wir wollen Platz!

Im Januar hatte ich den Berg an Kosmetikprodukten dokumentiert, die sich in diesem Haushalt stapeln. Mittlerweile sind es wieder ein paar weniger, aber doch noch nicht so viel weniger wie ich mir erträumt hatte.

Das Durchzählen anhand von „Wegwerfbildern“ ergab:

  • Badezusatz -2
  • Shampoo -5
  • Conditioner -3
  • Perfum -3
  • Seife -6
  • Duschgel -5
  • Gesichtsreiniger / Peeling -2
  • Haarstylingprodukte -3
  • Augenmakeupentferner -2
  • Foundation -3
  • Deo -2

Zeugs aufbrauchenZeugs aufbrauchenZeugs aufbrauchen

Außerdem ein ganzes Rudel Lippenstifte und Lippenpflege, diverse Makeup-Proben, Nasensprays, Creme-Pröbchen, 2002 in Shanghai gekaufter Lidschatten.

Zeugs aufbrauchen

Da ist noch Luft nach oben. In dem Tempo reichen einige der Vorräte noch 5-10 Jahre. Vorallem im Bodylotionbereich tut sich wenig, was vorallem daran liegt, dass ich hier immer mal wieder wechsle. Je nach Tageslaune und Duftwunsch nutze ich eine andere Creme. Ein Verhalten, das ich im Duschgelsektor etwas eingedämmt habe.

Wenigstens habe ich nur ausgewählte Produkte nachgekauft. Je einmal Farbschutzshampoo, -conditioner und -kur. Eine Foundation und zwei BB-Creams. Ein Mascara. Zweimal Duschgel bei Bodyshop im Ausverkauf. Nagellack zähle ich zum Glück nicht mit. Sonst hätte ich jetzt schon verloren.

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Piep piep piep – Twitterlieblinge Juni 2014

Diesen Monat: Fußball, Sturm und weise Worte. Natürlich auch mit den ordentlichen Zutaten einer jeden Timeline: Essen, Katzen und die deutsche Bahn.

Wir starten mit einem Tweet, der keine flauschigen Schmetterlinge im Bauch flattern lässt, sondern eher böse blutrünstige Riesenmücken.

Aber es wird besser.

Und besser.

Knoblauch geht immer!

In der Firma unterhalten sich alle über Fußball und Du findest das doof? Einfach mal eine Debatte über die Signifikanz von Flaggen anfangen. Oder feministische Aspekte. Danach unterhält sich in Deiner Anwesenheit garantiert niemand mehr über dieses doofe Ballspiel. Über etwas anderes aber wahrscheinlich auch nicht.

Twitterzirkelbezüge.

Es ging nicht nur mir so, yeah!

Merken!

Frau Novemberregen ist wohl bei Kathrin Passig in die Lehre gegangen.

Manchmal sehen das auch die Kollegen, die mir Aufgaben zuschieben wollen.

Jawohl!

NSA-Witze UND Fußball. Das ist Kunst.

Buffy. Wir brauchen mehr Buffy.

Hier hat jemand ganz tief in der Mottenkiste gegraben. Eigentlich ein Beitrag für’s Techniktagebuch.

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