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19.01.2022

6 KiTa-Tage noch. 6. Ein bisschen Glück noch. Nur ein wenig.

Ich sollte wahrscheinlich mein Team und mich auf den Ernstfall vorbereiten. Stattdessen arbeiten wir weiter, als wäre nichts. 120% und mehr. Wenn der Crash kommt, wird das weh tun. Also Kalender etwas leeren, Stati nochmal besser dokumentieren. Übergabevorbereitungen für Abwesenheiten, die längst überfällig sind. Wir hatte großes Glück und viel Disziplin. Irgendwann endet beides.

Wenn wir noch 6 Tage durchkommen, packe ich die dunklen Gedanken in eine Kiste und hole sie erst wieder raus, wenn im Mai gewählt wird. Die Pandemie hat die hässlichen Fratzen diverser Menschen in politischen Spitzenpositionen sichtbar gemacht. Wenn sie uns ins Gesicht lügen: schlimm. Wenn sie glauben und hinter dem stehen, was sie da behaupten und durchsetzen: vielleicht sogar schlimmer.

18.01.2022

Das Septemberkind verbrachte den Tag zuhause. Kein Fieber, aber Kopfschmerzen und schlapp. Sieht ganz nach Impfreaktion aus. Ich hätte auch gern noch einmal von 8-10 geschlafen, um später einen ausgedehnten Mittagsschlaf durchzuziehen. Aber gut, so ist das Leben. Morgen wird wahrscheinlich der Große hierbleiben, er leidet an Rüsselpest. Schnelltest weiterhin negativ. Mutter weiterhin angespannt und nervös. Die Kleinste schnoddert auch, zeigt sich davon aber unbeeindruckt. Noch 7 KiTa-Tage.

17.01.2022

Das Septemberkind klagt über Kopfschmerzen und fühlt sich etwas warm an. Wir werden das morgen früh verifizieren. Wahrscheinlich nur eine Impfreaktion oder zu viel getobt. Im Hinterkopf trotzdem immer diese Stimme: Was, wenn es das jetzt ist? Was wenn „wir“ uns doch infiziert haben. Die Tests sind negativ, aber führen wir sie korrekt aus? Was, wenn wir es nicht erkennen? Bis auf das Augustkind haben alle so viele Impfungen wie sie Stand heute haben können nachdem wir im Dezember eingeknickt sind und für die Kleinsten Termine organisiert haben (Twitter sei Dank). Die Erleichterung hält zwischen 12 und 24 Stunden, dann setzt die Sorge wieder ein. Was wenn? Noch 8 KiTa-Tage an denen das Undenkbare nicht passieren sollte. 8 KiTa-Tage bis zur zweiten Impfung für das letzte Kind. 8 KiTa-Tage zwischen „was wenn“ und „wird schon schiefgehen“. Wie sehr ich mich auf die Zeit freue, wenn wir bei Infekt einfach wieder nur an eine Erkältung denken. Das wird schön.

16.01.2022

In ein paar Jahren werden wir uns Geschichten darüber erzählen, wie wir mit Impfterminen für unsere Kinder gedealt haben. Wie konspirative Treffen und Kommunikationswege angebahnt wurden. Wie Eltern hunderte Kilometer fuhren, im Versuch, ihre Kinder vor einem Virus zu schützen.

Unsere Eltern hatten Tschernobyl, manche die Wende, unsere Großeltern den Wiederaufbau eines kriegsgeschundenen Landes, andere stammen aus weiterhin kriegsgeschundenen Ländern. Wir haben das: ein hochansteckendes Virus und eine Menge politischen Unwillen. Also dealen wir mit Impfterminen.

15.01.2022

Heute habe ich realisiert, dass die morgige zweite Impfung der zwei Kleinen einen Effekt hat, der über “etwas besser geschützt” hinausgeht: sie fallen aus der Quarantäneregelung raus. Ich weiß nicht, wie ich das finden soll und mag ehrlicherweise auch nicht weiter darüber nachdenken. Darüber kümmern wir uns, wenn es so weit ist. Es ist ja nicht so, als brauche es dafür einen mehr oder weniger ausgeklügelten Notfallplan, wie für andere Dinge. Wir wissen immerhin, wie wir damit umgehen, wenn ein oder mehrere Haushaltsmitglieder in Quarantäne oder – was hoffentlich so schnell nicht eintritt – aufgrund einer Infektion muss Isolation. Wir haben einen Plan, wir haben Vorräte, wir haben Platz und mehrere Badezimmer. Je nachdem, wer betroffen ist, werden wir das trotz Änderung der Quarantäneverordnung halt trotzdem durchziehen. Alles andere lassen wir einfach auf uns zukommen und entscheiden, wenn wir da sind. Nützt ja nichts.

14.01.2022

Jetzt ist die Zeit, um Untersuchungstermine für den Sommer zu vereinbaren. Just saying. Also setzen wir uns mit dem langsamen, aber merklichen Verfalls des eigenen Körpers auseinander. Mit monatlichen Blutungen, die weit über das normale Maß hinausgehen, sollte man wohl mal doch mal bei jemandem mit gynäkologischer Expertise vorstellig werden und nicht nur Schadensbegrenzung mit gebratener Leber, Nori-Blättern und Schmerzmitteln betreiben, fürchte ich. Der Zahnarzttermin ist schon vereinbart, eine Reinigung sollte ich wohl auch noch vereinbaren. Die Rückenbeschwerden lassen sich hoffentlich auch ohne medizinische Intervention beheben oder wenigstens etwas verbessern lassen und vermutete Neurodiversität wird nach 40 Jahren ja wohl auch noch warten können. Ein Allergietest müsste mal wieder gemacht werden, das Hautkrebsscreening ebenfalls, aber das wohl lieber im Herbst und wer weiß, was im Herbst ist. Also jetzt Termine machen. Für den Sommer.

12.01.2022

Wir erzählen uns Geschichten. Andauernd. Uns und anderen. Über den Verlauf eine nicht-einschätzbaren Erkrankung, über Inzidenzen. Über Risiken und Bedürfnisse und Chancen.

Manche Geschichten sind überschwänglich optimistisch, manche genauso pessimistisch und dunkel. Und manche sind durchzogen von Resignation. Kann man ja doch nichts machen. Hilfts ja alles nichts. Warum noch anstrengen?

Wir erzählen uns Geschichten darüber, wie schwer oder leicht es andere doch haben. Wie schwer oder leicht wir selbst es haben.

Am Ende weiß niemand, welche Geschichte nun stimmt. So ist das.

10.01.2022

Die Kinder dürfen wieder nur in Ausnahmefällen und mit Maske mit zum Einkaufen. Ihre ungeimpften Kumpel turnen maskenlos durch Indoor-Kinderattraktionen. Extreme. Für ein Kind aus der Krippengruppe der Kleinsten suchen die Eltern gemeinsam mit mir gerade einen Impftermin. Konspirative Kontaktanbahnungen inklusive. Zwei weitere Kinder im Umfeld müssen wohl nicht mehr geimpft werden. Mindestens ein Elternteil ist positiv auf die Seuche getestet worden. So wie mein Mitarbeiter, der Weihnachten isoliert verbringen musste. Noch mehr Extreme.

Es fällt zunehmend schwerer, die Hoffnung zu bewahren. Noch bis Sonntag durchhalten, um die Kleinen durchgeimpft zu haben. Nur noch bis zum Ende des Monats, um bis auch der Große die Grundimmunisierung hat. Die Lage fast wie im letzten Jahr, als unsere Region infektionstechnisch auf dem Spitzenplatz lag. Neue Variante, neues Glück. Diesmal mit so vielen Infektionen, dass es schwerfällt, dran zu glauben, dass wir wieder vorbeischrammen. Nicht wenn die Kinder in der KiTa sind. Also hoffen und verdrängen. Noch ein paar Tage. Noch ein paar Wochen.

09.01.2022

Morgen erster Schul- … äh … Arbeitstag. Ich weiß nicht, ob ich schon wieder bereit bin, andererseits wann ist man das schon? Zudem habe ich im Affekt alle Montage bis Ende des Jahres im Kalender geblockt. Wer mir einen Termin einstellt, bekommt ein freundlich-verbindliches “Sorry, I am unavailable for meetings today. Please choose any other day this week.” zurück. Die automatische Antwort ist wichtig. Selbst Menschen, die sehen könnten, dass mein Kalender voll ist, nehmen sich selten Zeit, vor einer Termineinladung auch mal reinzuschauen. 10 Sekunden ihrer Zeit, die sie nicht bereit sind, zu opfern, mich aber ca. 5 Minuten kosten. Reinschauen, erfassen, worum es geht, neuen Termin suchen. Ein Auto-Reply dagegen ist wie ein kleiner Klaps auf die Finger, die den letzten Chocolate-Cheesecake-Cupcake stibitzen wollen. Nein, meine Lieben, heute nicht. Häufig wird Sekunden später ein passender Termin eingestellt – und beim nächsten Mal wird meine Zeit vielleicht respektiert. Wenn nicht, gibt es eben wieder einen Klaps.

08.01.2022

Blöde Nacht, blöder Morgen. Moving on. Nachmittags mit den Kindern unter Decken auf der Couch verbracht und Ponyo geschaut, später noch mehrere Folgen Grey’s Anatomy. Wahrscheinlich habe ich einen Abdruck mit ohnehin schon durchgelegenen Polster hinterlassen. Moving on.