Sonntagstee – Milky Oolong Karamell

Wo genau ich etwas über Milky Oolong gelesen habe, weiß ich nicht mehr genau. Es klang allerdings interessant und so erwarb ich beim Besuch in einem der Kieler Teeläden etwas Milky Oolong Karamell. Allein der Duft war es wert. Süß und buttrig duftet es aus der Dose. Himmlich.

Der Duft hält sich auch nach dem Aufgießen. Die Karamellnote tritt dann aber schon merklich zurück und für mich kam der blumige Geruch von grünem Tee mehr zur Geltung. Im Mund war von Karamell dann nichts mehr übrig, auch wenn der Aufguss ein leichte Süße aufweist. Mit ein wenig Zucker kann man es wieder hervorlocken, aber auch ohne lässt sich dieser Tee gut trinken. Der Geschmack variiert von Aufguss zu Aufguss. Der zweite war wesentlich blumiger als der erste, der dritte weniger süß. Die leichte Cremigkeit erhält sich über die Aufgüsse hinweg. Aber nur der erste hat mich an süße Kondensmilch erinnert.

Milky Oolong Karamell

Die Zutaten kann ich nicht mit Bestimmtheit nennen, weil ich vergessen habe, nachzufragen. Auf dem Label stand nichts. Ich vermute allerdings, dass es sich um die selbe Sorte handelt, die man auch online zuhauf findet, wenn man nach dem Namen sucht. Demnach wären neben Grünem Tee und dem Milcharoma, mit dem die Blätter angeblich bedampft werden, auch noch Weißer Tee und weiteres Aroma enthalten.

Damals und heute – eine Nabelschau

Aus gewissen Gründen kam ich neulich in die Verlegenheit, meine Zeugnismappe durchzublättern. Dabei viel mir das Gutachten in die Hand, das meinen weiteren schulischen Weg ebnen sollte – der sich zufällig auch mit meinen Vorstellungen und denen meiner Eltern deckte. Das Gutachten ist mittlerweile 20 Jahre alt, aber im Kern noch immer richtig.

S. liest sehr gern und verfügt daher auch über ein umfangreiches Grundlagenwissen in allen Fächer.

Unnützes Wissen habe ich schon immer aufgesaugt wie ein Schwamm. Gleichzeitig kann ich mich bis heute nicht für ein Themenfeld entscheiden. Warum auch? Um es mit Dean Winchester zu sagen: Dean: We know a little about a lot of things; just enough to make us dangerous. (SN 2#08)

Sie ist in der Lage, Planungsschritte selbst zu entwerfen.

Heute würde man das wohl Methodenkompetenz nennen.

Sie kann mit der Arbeitszeit veranwortlich umgehen und ihre eigenen Ergebnisse richtig kontrollieren.

DAS Talent ist mir irgendwann verloren gegangen. Und insgeheim glaube, nein weiß ich, dass ich auch schon vor 20 Jahren gut abzulenken war. Das habe ich einfach damit ausgeglichen, dass ich schnell genug war und in letzter Minute alles fertiggestellt habe. Mittlerweile weiß ich immerhin, wie ich die letzte Minute noch besser nutze.

Sie bringt viele Idee und zusätzliche Materialien in den Unterricht mit, was das Geschehen aktiviert.

Ich war also eine olle Angeberin und habe gern gezeigt, was ich für schöne Sachen habe. Heute nutze ich dafür Instagram.

Bei der Anfertigung von schriftlichen Arbeiten sollte sie die Arbeitsweise verbessern.

Meine Sauklaue ist mir erhalten geblieben. Dafür bin ich mittlerweile in der Lage, meine Gedanken strukturierter zu Papier zu bringen. Sollte man nach Abitur und Hochschulstudium wohl auch erwarten dürfen. Dafür fasse ich mich noch immer gern kurz.

In der Gruppenarbeit entwickelt sie gern zusätzliche Lösungen, sollte jedoch die Beziehungen unter Partnern noch besser gestalten lernen.

Einmal Besserwisserin, immer Besserwisserin. Immerhin werde ich heute dafür bezahlt. Und was kann ich denn dafür, wenn die anderen keine Ahnung hatten und nicht auf mich hören wollten?!

S. ist eine aufgeschlossene, höfliche und sehr hilfsbereite Schülerin.

Ach kuck. Heute würde da wohl flexibel, umgänglich und lösungs- und kundenorientiert stehen. Alles beim Alten also.

Jetzt würde mich ja mal die Empfehlenden Beurteilungen von Euch interessieren. Anne Schüßler? Anke Gröner? Frau Casalinga? Irgendwer?

Bald

#TitleFx

Lies schneller!

„19 Min. verbleiben für das Kapitel.“

Ich halte mich ja für jemanden, der mit Druck umgehen kann, aber die neueste Spielerei in der Kindle-App auf meinem iPad treibt mich in den Wahnsinn. Links unten findet sich neuerdings eine Anzeige zur verbleibenden Lesedauer. Wahlweise für das komplette Buch oder das jeweilige Kapitel. Kalkuliert wird auf Basis der Blättergeschwindigkeit, was zu deprimierenden Effekten führen kann. Für Sachbücher hält mich die App regelmäßig für schneller als ich es tatsächlich bin. Da ich Abschnitte, die mir keinen Erkenntnisgewinn bringen, zügig überfliege, mache ich gut Meter, nur um anschließend in spannenden Kapiteln hängenzubleiben.

Dafür lasse ich Romane oder tiefer greifende Themen gerne mal sacken, während ich unmotiviert in die Gegend starre – was die App als Schneckentempo interpretiert und sie die verbleibende Zeit nach oben korrigieren lässt.

„3 Std. und 46 Min. verbleiben für das Buch.“

Ja doch!

Ich fühle mich beobachtet und kontrolliert. Und finde es gleichzeitig irrsinnig spannend, diese Zahlen zu sehe. Wenn es jetzt noch Auswertungen zur Geschwindigkeitsentwicklung gäbe. Oder Vergleich mit anderen Lesern des Buches. „75% der Leser dieses Buches waren schneller als Sie.“ Ich würde glatt wieder auf Papierbücher zurückgreifen.

Sonntagstee – 2. Aufguss – Garden Blossom

Meine Timeline bestand gesammelt drauf, dass dieser Tee ziemlich gut sein. Ich fand ihn beim letzten Mal ja ziemlich fade, beschloss aber, ihm noch eine zweite Chance zu geben. Und siehe da, ich war überzeugt. Keine Ahnung, was letztes Mal schief gegangen ist. Vielleicht war ich verschnupft oder hatte zu wenig Tee genommen. Ich weiß es wirklich nicht. Die letzten Male fand ich die Mischung wirklich gelungen. Minze mit zitroniger Note. Frisch und ein wenig süß. Ein guter Tee für alle Tage.

Sonntagstee – Harrods Archive Collection Loose Tea

Der Tiger fürchtet sich jetzt schon vor meinen nächsten Geschäftsreisen, denn hinterher stapeln sich hier in der Regel drei Dinge: Alkohol vom jeweiligen Reiseziel, Kosmetikprodukte und Tassen. Beim letzten Mal habe ich statt einer Tasse eine Dose Tee mitgebracht. Was nicht weniger problematisch ist: Ich kann mich nur selten durchringen, hübsche Dosen wegzuwerfen und damit Platz zu schaffen. Immerhin konnte ich diesmal damit punkten, dass die Dose wirklich schön anzusehen ist und sich dafür anbietet, die lose rumliegenden Teebeutel aufzubewahren. Bis dahin dauert es aber noch ein wenig, denn 250g Tee reichen eine ganze Weile.

Schlauerweise habe ich die Umverpackung bereits entsorgt und kann daher nicht mehr genau sagen, welche Sorten in diesem Blend verarbeitet wurden. Ich meine, mich an Assam und Ceylon zu erinnern, was auch gut zum kräftigen Geschmack passen würde. Leider gibt das Internet nichts zu den genauen Sorten her. Nicht einmal bei Harrods direkt findet man Angaben dazu.

Der Tee selbst schmeckt kräftig und leicht malzig. Eine solide Mischung, die gut als Frühstücks- oder Nachmittagstee passt. Bei der Ziehzeit bin ich hier etwas vorsichtiger und lasse den Tee nur 1-2 Minuten im Wasser. Selbst dann hat er bereits eine kräftige Farbe und ein rundes Aroma. Zieht er noch viel länger, wird er mir persönlich zu bitter.

Harrods Archive Collection Loose Tea

Der Tee stammt aus Harrods Archive Collection, die klassische Produkte neu auflegt. Der Tee soll dem ersten Blend von 1901 entsprechen.

Mit umgerechnet rund 22 Euro für 250g ist dieser Tee kein Schnäppchen, aber preislich ein durchaus erschwingliches Mitbringsel für Tee-Liebhaber. Dank der Blechdose hat man auch lange nach dem Aufbrauchen des Inhalts noch ein nettes Andenken. Erwerben kann man die Mischung direkt bei Harrods. Entweder direkt in London oder in Terminal 5 am Flughafen Heathrow. Dort hat Harrods ein kleines Geschäft mit einer reichen Auswahl an Spezialitäten und Souvenirs.

Zahn der Zeit

Mein Schneidezahn bröckelt. So ein bisschen, genau an der Kante. Das hat er schon mal getan, das muss vor 10 Jahren gewesen sein. Alle zehn Jahre bröckelt also mein Zahn. Man sagt ja, dass sich der menschliche Körper alle 7 Jahre einmal komplett erneuert hat. Ich warte seit mindestens 2 Zyklen darauf, dass der Teil meines Körpers, der Möhren und Äpfel zum Todfeind erkoren hat, ausgetauscht hat. Da mein Zahn etwas hinterher ist, kann das vielleicht sogar noch was werden.

Von den etwas instabilen Zähen mal abgesehen, habe ich mich darüber hinaus ganz gut gehalten. Gut, das Knacken in meinem Schultern und der Wirbelsäule kann Uneingeweihten schon mal Angst machen. Und meine Augen waren noch nie wirklich gut. Verbrennungen, die ich mir gern mal beim Backen zuziehe, brauchen Jahre, bis sie nicht mehr zu sehen sind – und diese eine Stelle am Oberarm, wo ich vor vor 5 Jahren mal zu wenig Sonnencreme aufgetragen habe, ist heute noch dunkler als der Rest. Die ersten de-pigmentierten Haare lassen sich bis jetzt noch gut überfärben und dank ordentlicher Unterpolsterung machen sich wenigstens keine Falten breit. Keine schlechte Bilanz für Anfang 30. Hätte ich die letzten Jahre Stress, Alkohol und fettem Essen abgeschworen, würde man mich bei der Alterskontrolle im Supermarkt wahrscheinlich noch immer nach dem Ausweis fragen.

Dann doch lieber bröckeln.

Eingefangen …

… habe ich mir einen Virus und melde mich daher für diese Woche ab. Lichtblick am Horizont: Ich könnte ihn von Shatner haben.

Destination Projektende

Das Projekt frisst die letzten Nerven auf, so dass ich mich frage, ob es eine gute Idee ist, morgen nach Frankfurt zu fahren. Ein Wochenende daheim auf der Couch würde mir auch gut tun. Ich baue darauf, dass sich die euphorisierende Wirkung von Con-Besuchen zeitnah einstellt. Spätestens wenn Bill auf der Bühne steht, sind wahrscheinlich alle Zweifel weg. Shatnerism als Stressbewältigung. Wenn er das mitbekommt, vermarktet er es glatt.

Kulinarischer Reiserückblick: Boston

Durch kaum etwas kann man sich ein Reiseziel und eine Kultur so erschließen wie durch das aufgetischte Essen. Gerade die US-amerikanische Küche ist viel vielseitiger als man denkt und hält einiges an lokalen Spezialitäten bereit. Durch ein paar davon habe ich mich letzte Woche – sehr zum Spaß meiner Gastgeber – gefuttert.

New England Clam Chowder
Eine sämig-cremige Suppe aus Kartoffeln, (Venus-)Muscheln und Sahne. Ich liebe Clam Chowder und könnte mich nur davon ernähren. Clam Chowder sättigt und wärmt.
Diesmal habe ich sie im The Four’s in Boston sowie bei Chili’s genossen. Beide waren gut, Chili’s führt leicht. Clam Chowder lässt sich auch gut daheim kochen. Dank einer großzügigen Gastgeberspende kann ich das jetzt auch mal mit „Old Bay“ probieren, einer Gewürzmischung, die häufig für Meeresfrüchte genommen wird.

Gumbo
Gumbo wollte ich schon immer mal probieren, habe es aber es noch nie gemacht. Der kräftige kreolische Eintopf ist ganz nach meinem Geschmack. Ich habe ihn in der Mandantenkantine gegessen und zwar in der Variante mit Meeresfrüchten und Cashew-Kernen. Himmlisch.

(Rock) Crab Cake
Krabbenbuletten – muss ich noch mehr sagen? Habe ich ebenfalls zum ersten Mal probiert, bin ihnen aber sofort verfallen. Mehr als einen als Vorspeise oder vielleicht zu einem Salat dazu, mag ich aber nicht essen.

Portsmouth Pie
Etwas meeresfrüchtelastig hier, was? Den Portsmouth Pie habe es im Common Man in Windham, New Hampshire. Fischfilet, Jakobsmuscheln, Krabbe und Hummer, gegart in einer reichhaltigen Hummersoße und mit einer Kruste aus Ritzbröseln versehen. Himmlisch. Dazu gab es Kartoffelpüree – geht immer – und Butternutkürbispüree – aber super.

Der Rest der Mahlzeiten war relativ durchschnittlich aber gut. Chicken Fingers (einmal in der Kantine, einmal bei Chili’s), eine Schüssel Chipotle Shrimp Fresh Mex (Chili’s), Fried Chicken mit Kartoffelbrei und Soße (Hotelabendessen), ein dick-belegtes Roastbeef-Sandwich (Kantine), Pasta Alfredo mit Hummer und Hummer-Cognac-Soße (Four’s) und ein bisschen Süßkram wie Cookies, Peanutbuttersandwiches, Brownie mit Eis und ein Peacan Pie.

Herrlich. Als Bonus gab es noch ein Rezept für Chicken Pot Pie, das ich am Wochenende ausprobieren werde.