Fellwechsel

Eine Weile hat Knirpsi gut durchgeschlafen und wurde erst so gegen 7 wach. Seit ein paar Tagen ist das wieder vorbei. Er wird zwischen 5 und 6 wach und kann dann nicht mehr vernünftig einschlafen obwohl er noch müde ist. Ein paar Mal lag’s wohl an einer vollen Blase, da war die Windel über Nacht pupstrocken geblieben. Einmal hatte er es geschafft, beide Beine zusammen in ein Schlafanzugbein zu zwängen.

Immerhin kommen wir so am Wochenende zeitig zum Einkaufen, wenn es noch nicht so voll ist. Heute hat die Zeit sogar gereicht, noch zum Friseur zu gehen. Meine Zotteln mussten schon länger nachgeschnitten werden, seit 2-3 Wochen verknoteten sich die Spitzen immer wieder. Nachfärben wäre auch mal angebracht, damit warte ich aber lieber noch. Heute hieß es erstmal waschen, schneiden und föhnen. Knirpsi beobachtete vor allem das Waschen skeptisch aber aufmerksam. Zwischendurch zog er immer wieder mit dem Tiger durch das Einkaufszentrum. Dann hatte ich endlich wieder so etwas wie eine Frisur auf dem Kopf und Knirpsi war dran. Den Pony hatten wir schon zu Hause gekürzt, jetzt kamen das Schwänzchen im Nacken und die Haare an den Ohren dran. Abgelenkt durch zwei Kämme und eine Wassersprühflasche war die größte Schwierigkeit, das neugierige Kind davon abzuhalten, noch mehr Gegenstände zu bunkern.

Als Belohnung gab es noch einen Lutscher, eine Urkunde mit einer Knirpsilocke und dann konnten wir auch einkaufen.

Gemeinsamer Mittagsschlaf fiel weg, weil Knirpsi im Auto schon geschlafen hat, aber ich durfte nochmal 2 Stunden ruhen. Das tat nach dem Morgen auch not. Dafür war Knirpsi nachmittags ziemlich durch und wurde erst kuschelig und dann übermütig. Je müder desto Krawall. Nachdem der Tiger fast fertig mit dem Abladen einer Hängerladung Klinker war, machte ich mich ans Abendessen. Erster Versuch von Tom Ka Gai. Okay, aber noch recht fad. Aber es hat allen geschmeckt und satt waren wir am Ende auch. Da Knirpsis Geduld noch nicht reicht, um eine ganze Portion Suppe zu löffeln, zeigte der Tiger ihm, dass man Toastbrot hervorragend in die Suppe tunken kann. Das klappte hervorragend und wurde später direkt noch um Toast kleingerupft in die Suppe werfen und das dann löffeln ergänzt. Anschließend Wanne, Sandmann und dann kuschelte sich das müde Kind in sein Bett und wir legten die Füße hoch

Applaus:
Endlich die Friseursache angegangen. Fühlt sich gleich angenehmer an.

Entschuldigung, arbeiten Sie hier?

“Und? Wann hast Du angefangen?” – “Vor fast 10 Jahren.” – “Oh.”
Ich bin ja selten im Büro, sondern arbeite vorwiegend gemütlich im Plüsch-Onesie vom heimischen Schreibtisch. Die sporadischen Bürotage sind daher lustig. Unproduktiv, weil man viel Zeit damit verbringt, Kollegen von der Arbeit abzuhalten, aber lustig.

Applaus:
Trotz Bürotag ein paar Dinge angeschoben und geklärt. Der Teamassistenz spontan mit einem Kakao eine Freude gemacht.

18 Monate

Knirpsi verputzt zum Abendessen zweieinhalb Würstchen. Der Kartoffelsalat wird kurz probiert, ein Scheibchen Ei auch gegessen. Aber dann Würstchen, immer mehr Würstchen. Oder “maaah?!” wie es aus dem Kleinkindmund mit den 16 Zähnchen tönt. Kein Brot, da wird der Kopf geschüttelt. Die Scheibe zerpflückt und einzeln wieder zurückgereicht. Würstchen muss auf den leeren Teller, also gibt es die auch.

Danach geht es in die Wanne, ich packe meine Tasche für den morgigen Bürotag, die Männer kümmern sich um die Körperpflege. Anschließend Sandmann. Noch bevor der Abspann vorbei ist, tapsen kleine Füße müde in Richtung Bett. Keine 5 Minuten später ist Ruhe und der Minimensch schläft seelig. So viel Glück.

Applaus:
Trotz drei Stunden Telefonaten vernünftig was geschafft. Neuen Auftrag so gut wie sicher.

Tomatensalat mit Blüten

Es ist Valentinstag und ich hatte keine Aufmerksamkeit für den Tiger. Das wird nachgeholt, wenn ich etwas mehr Zeit habe, mir etwas passendes auszudenken. Dafür habe ich ein Blümchen und leckere Brötchen bekommen.

Noch ein paar Beobachtungen zur Pomodoro-Technik:
Sie funktioniert gefühlt täglich etwas besser, allerdings braucht es doch etwas Zeit, sie für sich anzupassen. Bei mir heißt das insbesondere:

  • Nicht den kompletten Tag verplanen. Funktioniert eh nicht. Ich peile aktuell an, 8 Intervalle pro Tag zu schaffen, das entspricht vier Stunden. Der Rest geht für Telefonate und ähnliches drauf.
  • Intervalle nicht für Termine einsetzen. Bringt erstens ohnehin nichts und nervt nur, wenn mitten im Gespräch der Alarm losgeht.
  • Ablenkungen (Anrufe, Ideen, etc.) während des laufenden Intervalls nur kurz wegnotieren und dann für ein späteres Intervall einplanen.
  • Telefon, Messenger, etc. rigoros auf stumm stellen.
  • Mindestens ein Intervall pro Tag für Telefonate einplanen.
  • Ein Intervall am Tagesende oder -anfang für die Planung vorsehen. Dabei auch kurz die zwischenzeitlich eingegangenen Mails etc. sichten und aufnehmen (noch nicht beantworten, wenn es nicht innerhalb von 2-3 Minuten geht.
  • Aufgaben zu Intervallen zuordnen und notieren, wenn man sich verkalkuliert (vorrangig nach unten) hat.
  • In den Pausen weg vom Schreibtisch!

Applaus:
9 Angebote versendet. Zwei Angebote angefangen und in einem Status, dass sie morgen ggf. zur Abstimmung raus können. Dem Tiger in meinen Pausen geholfen, den Flur mit einer neuen Lampe und einem neuen Schuhschrank auszustatten. Abends dann noch die Schuhe wegsortiert, dabei auch drei Paare für die Altkleidersammlung vorgesehen. Sind noch top in Schuß, da nur selten getragen, passen aber nicht gut oder sind einfach furchtbar unbequem.

You say tomato, I say pomodoro

Meine Zeit ist eng begrenzt und es ist immer zu viel zu tun. Telefonate, Chatnachrichten und eingehende E-Mails knabbern gnadenlos meine Konzentration weg. Am Ende eines Tages habe ich dann zwar viel getan, die wichtigen Aufgaben sind aber noch immer nicht abgeschlossen. Keine zufriedenstellende Situation. Vor einigen Wochen habe ich Deep work gelesen, das gab schon mal gute Anregungen, passt aber nur bedingt in meinen Alltag. Aktuell experimentiere ich mit der Pomodoro-Technik herum. Die Idee: Aufgaben werden in kleinere, bewältigbare Teile geschnitten und in definierten Zeitintervallen abgearbeitet. “Störungen” werden dokumentiert und später abgearbeitet. Auch nicht in jeder Umgebung anwendbar, aber für bestimmte Zeitabschnitte bis jetzt ein brauchbares Tool. Zusätzliche Vorteile: ich kann den benötigten Zeitaufwand für wiederkehrende oder ähnliche Aufgaben besser abschätzen und mache regelmäßig Pausen. Weiterer Effekt: in den Pomodoro-Intervallen arbeite ich enorm konzentriert (Telefon und Messenger sind stumm gestellt) und schaffe mehr als in Zeitintervallen, in denen ich erreichbar bin. Dafür bin ich an Tagen mit hohem Pomodoro-Anteil früher k. o. Ich probiere gerade noch geeignete Intervall- und Pausenzeiten aus und wie ich das ganze am Besten in meinen nicht gerade einheitlichen Arbeitsalltag einpasse. Bis jetzt fühlt es sich aber echt gut an und ich komme voran.

Applaus:
Eine Nervaufgabe erledigt. Endlich.

  1. Amazon-Link []

Extremkuscheln

Aktuell häufen sich die Tage, an denen gefühlt gar nichts so läuft wie geplant. Aber wenn dein Kind den Nachmittag über Extremkuscheln will, dann kuschelst du gefälligst. Immerhin habe ein einen Teil der heutigen ToDo erledigt bekommen. Der Rest muss dann morgen folgen. Nichtmal für ein vollständiges 12 von 12 hat es gereicht.

Applaus:
Zwei wichtige Themen an Menschen mit mehr Zeit delegiert.
Mit Knirpsi abgeschaltet. Nützt ja nichts, wenn er Nähe braucht und ich ständig auf dme Sprung bin. Morgen übernimmt der Tiger. Dann wird aufgearbeitet.

Kurz und knapp

Spätschichtwochenenden sind die Pest.

Applaus:
Die Minigugl für das Faschingsbuffet in der KiTa probegebacken obwohl ich mich nach dem Tag lieber insB ett verzogen hätte. Knirpsi hat gleich mal 6 verputzt, scheinen also zu schmecken. Aber gut, wer Reiswaffeln isst, isst wahrscheinlich alles.

Lasst mich durch, ich möchte doch nur einen Schuhschrank

Es war nicht unsere beste Idee, heute nach dem Wocheneinkauf zu Ikea zu fahren. Gefühlt auch nämlich auch alle anderen Schleswig-Holsteiner diese Idee und dann wird dort immer noch das Parkhaus erweitert. Spaß ist anders, allerdings stresst mich dieses Möbelhaus immer, selbst wenn es nicht proppenvoll ist. Immerhin wussten wir, was wir wollten und mussten nur nochmal kurz in die Kinderabteilung, um den Schlumpersessel für Knirpsi auszutesten. Der dann nicht mehr lagerhaltig war. Knirpsi fand’s auf jeden Fall toll. Er tobte durch die Abteilung und fand besonders an einem gelben Tritt aus Holz Gefallen. Haben wir halt den gekauft, jetzt kommt er im Herrenbad gut ans Waschbecken. Auch Die Köttbullar waren nach seinem Geschmack und so schlummerte kurz nach Abfahrt ein zufriedenes, ausgepowertes und sattes Kind in seinem Autositz. Kann man also mal machen.

Applaus:
Abends noch spontan Corn Chowder gekocht. Wollte der Tiger diese Woche sowieso einmal essen. Jetzt gibt es sie halt gleich morgen und ich muss nicht mehr kochen. Außerdem habe ich mir ein Beispiel an Frau Brüllen genommen und parallel zum Kochprozess auch gleich aufgeräumt. Beim Rezept ihrer Skisuppe sind die Zeiten in Aufräumaktivitäten angegeben. Ich gebe, sonst lasse ich erstmal alles stehen und liegen und gönne mir eine Pause. Aber aufgeräumt werden muss ja sowieso, da kann man es auch machen, während man aufpasst, dass die Suppe nicht anbrennt.

Kümmert euch doch um euren Kram und lasst uns Rabeneltern in Ruhe

Heute Morgen wurde mir ein Link zu einer Reportage über 24-Stunden-KiTas in die Timeline gespült: https://youtu.be/im99LgRmGBI

Schon der Beitrag selbst machte mich stellenweise wütend, beispielsweise als sich ein Politiker erdreistete, Eltern vorzuwerfen, dass sie weiter ihrem Beruf nachgehen wollen oder müssen. Immerhin legt man sich ein Kind ja nicht zu, um es dann nie zu sehen. Und überhaupt müsse man ja auch Abstriche machen. Dann beging ich den Fehler, auch noch die Kommentare unter dem Video zu lesen. Seitdem bin ich noch viel wütender. Mal davon abgesehen, dass ich Ausdrücke wie “Kind zulegen” und “Kind anschaffen” mehr als daneben finde, regt es mich ungemein auf, dass viele Menschen (oft genug kinderlos oder im klassischen Modell, bei dem Mutti daheim bleibt) von einem hypothetischen Kind mit Bindungsproblemen gleich auf alle Kinder schließen. Als könnten Eltern nicht einschätzen, was sie ihrem Kind “zumuten” können. Das können nur andere. Auch schön sind Aussagen wie “Ein Kind braucht Liebe, kein Geld”, “Warum nehmen die nicht einfach Elterngeld in Anspruch” und “Klar kann man von einem Gehalt, Minijob und Kindergeld leben”. Gern wird auch das klassische Familienmodell zitiert. Mutti hat gefälligst am Herd zu bleiben und sich um den Nachwuchs zu kümmern. Ab 3 Jahren ist dann ein Minijob okay – mittags muss sie aber wieder kochen! Nach 6 Jahren darf’s auch Teilzeit sein. Und wenn sie Rentnerin ist, darf sie bei ihrem Mann um Almosen betteln, weil ihre Rente so gering ist – sofern die Ehe noch besteht, sonst darf sie halt Flaschen sammeln. Man muss halt auch Abstriche machen.

Applaus:
Niemanden angebrüllt, auch bei ich neben dieser KiTa-Geschichte noch genug andere Gründe gehabt hätte.
Mich trotz Müdigkeit aufgerafft und das Küchenchaos behoben. Ich werde auf meine alten Tage noch ordentlich.

Übel

An manchen Tagen ist die Übelkeit so schlimm, dass ich kaum aus dem Bett komme. Übergeben muss ich mich glücklicherweise nicht, aber körperlich bin ich dann doch ganz unten. Manchmal, wenn er da ist, übernimmt der Tiger dann die KiTa-Tour und ich kann mir nach einem halben Filinchen und einem Schluck Wasser noch ein bisschen Schlaf gönnen. Danach geht es, aber irgendwie ist meist doch für den Rest des Tages der Wurm drin und ich würde am Liebsten nur schlafen. Zeit, die Tage neu zu planen. Keine Termine vor 9, erst recht keine mit Vorbereitungsbedarf. Zeit zwischen Terminen einplanen oder ausreichend nach einem größeren Block. Großzügige Mittagspause an den Tagen, die Knirpsi und ich nachmittags allein verbringen. Und dann einfach machen.

Applaus: Die Parkplätze für die Reise nach New York gebucht. Den Roboter auf Wohnzimmer, Küche und Flur losgelassen. Geduscht. An diesen Tagen echt eine Leistung.