WMDEDGT – September

Frau Brüllen möchte wissen, was wir heute so getan haben und so schreibe ich das zum ersten Mal auf. Ein ganz normaler Tag.

Knirpsi wird kurz vor 5 wach und weint. Da er sich nicht beruhigen lässt, nehme ich ihn mit zu uns ins Bett. Er kuschelt sich direkt an den Tiger und schläft wieder ein. Um 5:30 steht der Tiger auf und ich übernehme. Wir schlafen noch mal bis 7 und lassen den Tag langsam anfangen. Ich ziehe erst mich und dann Knirpsi an und verpasse ihm eine frische Windel. Gegen 8 gibt es Frühstück. Brot mit Frischkäse sowie eine halbe Feige für Knirpsi, die andere Feigenhälfte wandert auf mein Porridge. Gestern habe ich Granola-Pulver nach einem Rezept von Jamie Oliver gemacht, das ziemlich lecker ist.

Nach dem Frühstück gehen wir kurz nach oben. Ich schicke ein Angebot raus, sehe meine Mails durch und buche einen Flug für die Veranstaltung, die ich Freitag in Düsseldorf besuche. Knirpsi hat schnell keine Lust mehr. Oben muss er im kleinen Laufgitter bleiben, mein Arbeitszimmer ist nicht kindersicher. Wir gehen wieder nach unten. Ich mache mir einen Tee, während Knirpsi im großen Babygefängnis spielt. Glücklich ist er nicht, daher lasse ich ihn raus und er tobt durch das Wohnzimmer. Highlight ist das Babybay, das seit gestern hier zwischengeparkt ist. Was wir damit machen, wissen wir noch nicht. Als Lauflernhilfte eignet es sich dank seiner Rollen aber Bestens.

Wir rufen noch per Facetime bei meinen Eltern an und unterhalten uns ein wenig. Dann wird Knirpsi langsam doch müde. Er spielt noch ein wenig, während ich auf Twitter über Vereinbarkeitsherausforderungen diskutiere und mit dem Kollegen, der mich unterstützt, bespreche, was heute so ansteht. Gegen 11 bringe ich Knirpsi ins Bett und freue mich mal wieder, wie gut das gerade klappt. Hinlegen, Schnuller rein, zudecken, Vorhänge zu, Spieluhr an, über den Kopf streicheln, fertig. Jetzt habe ich zwischen 30 Minuten und 2 Stunden Zeit für mich. Ich bestücke die Wasserkaraffe mit der Orange, deren Schale ich gestern für’s Porridge brauchte und suche etwas zum Abendessen raus. Der Tiefkühlschrank soll leerer werden. Es wird Frikassee geben. Anschließend gehe ich wieder nach oben und arbeite ein Stündchen. Ich schaffe es immerhin, meinen Kalender zu aktualisieren, eine Präsentationsvorlage zu aktualisieren und sie mit einem Kollegen zu besprechen, bis Knirpsi wieder wach wird und eine neue Windel braucht.

Ich wärme das Mittagessen für Knirpsi auf (Ofengemüse mit Hähnchen) und werfe für mich schnell übriggebliebene Hähnchenbrust und den Rest frischen Spinat in die Pfanne. Zusammen mit einer Tomate, Gurke und Mayonaisse, die ich gestern gemacht habe, wird das mein Mittagessen. Wir essen und haben Spaß. Knirpsi ist es egal, dass es den dritten Tag in Folge das gleiche gibt. Er isst mit Appetit. Nach dem Essen setze ich Knirpsi in das Babygefängnis. Während er mit seinen Stapelwürfeln spielt, räume ich den Geschirrspüler aus. Zwischendurch gehe ich kurz nach oben, um den Laptop und meinen Notizblock herunterzuholen. Ich beginne, diesen Beitrag zu schreiben.

Ich räume den Geschirrspüler wieder ein, bringe den Bio-Müll raus und mache mir einen Tee. Knirpsi findet, dass er jetzt lange genug allein gespielt hat und gibt das auch lautstark kund. Er fängt, die Spielsachen aus dem Gefängnis zu werfen. Ich verschiebe die weiteren Aufräumarbeiten und gehe wieder zu ihm. Wir puzzeln die nächsten zwei Stunden so vor uns hin. Mal zusammen, mal allein. Erneut steht ein Windelwechsel an. Knirpsi ist heute in Höchstform. Ich schaue eine aufgenommene Fernsehsendung, Knirpsi dekoriert sein Spielzeug um. Zwischendurch telefoniere ich mit einem Mandanten, der Termine vereinbaren möchte.

Gegen 15 Uhr frage ich Knirpsi, ob er Hunger hat, was mit einem lauten „Uuuuuuuuhhhh!“ quittiert wird. Wir gehen gemeinsam in den Vorratsraum. Knirpsi hatte mir vormittags schon gezeigt, dass er die zwei Treppenstufen nach hinten allein bezwingen kann. Er war plötzlich weg und als ich ihn suchte, fand ich eine offene Tür zur Küche vor, die zum hinteren Flur und den Hauswirtschaftsräumen führt. Dort krabbelte der Zwerg fröhlich zur Treppe und freute sich wie blöd, als er runterkletterte. Wieder ein Meilenstein geschafft. Wir gingen nachmittags also gemeinsam in den Vorratsraum und begutachteten das Obst. Ich suchte eine Birne und eine Banane aus und lockte mein Kind wieder nach vorn. Dort suchte er sich die Birne aus, die er genüsslich wegmampfte während ich die Küche noch weiter aufräumte. Danach bekamen auch die Spatzen ein paar Leckereien und wir warteten gemeinsam auf den Tiger. Der musste auf dem Heimweg noch zum Baumarkt. Da Knirpsi Treppenstufen neuerdings sehr spannend findet, muss für die Treppe ins Obergeschoss eine Lösung her. Nicht nur, dass die aus Stein, mit fiesen Kanten ist, nein, die Stufen sind auch noch hinten offen. Gestern erwarben wir also ein Treppengitter, das breit genug ist, den ganzen Flur abzudecken und sich am Geländer des Kellerabgangs befestigen lässt. Ganz reicht das Gitter nicht, daher muss noch ein Holzpfosten an die Wand. Später ruft der Tiger noch mal an. Der Baumarkt im nächste Dorf hat nicht, was er möchte, er muss also nach Schleswig. Das dauert pro Strecke eine halbe Stunde, daher wollte er fragen, ob es passt. Tut es. Ich gebe ihm noch zwei Dinge mit auf den weg, die ich brauche und genieße dann die Stille. Knirpsi ist nämlich zwischenzeitlich noch mal müde geworden und schläft in seinem Bett. Nachmittags klappt das meist nicht ganz so gut, aber meist beruhigt er sich nach ein paar Tranchen und schläft schnell ein. So auch heute.

Ich gehe noch einmal an den Schreibtisch. Da ich eine ganze Weile einfach nur rumgetrödelt habe, traue ich mich nicht, etwas Größeres anzufangen, arbeite aber kleinere Sachen ab. Wenig später muss ich mich auch schon wieder auf den Weg nach unten machen. Die Feuerwehrsirene ging zweimal los und Knirpsi ist davon wachgeworden. Wir spielen noch etwas und empfangen dann den Tiger. Zusammen gehen wir noch einmal zu den Nachbarn. Morgen startet vermutlich der zweite Anlauf, unseren Garten in Schutt und Asche zu legen. Dafür sollen schwere Geräte über die Ponywiese rollen und A. muss den Ponyabfangzaun kurzzeitig abmontieren. Ob es wirklich los geht, wissen wir aber noch nicht. Wieder sieht es nach Regen aus und eine Matschewiese überlebt die schweren Fahrzeuge nicht. Während der Tiger mit A. spricht, bin ich bei den anderen Nachbarn und plaudere. Samstagvormittag werden sie auf Knirpsi aufpassen, so lassen sich mein Auswärtstermin und die Wochenendschicht des Tigers vereinbaren.

Während zu Hause der Reis für das Abendessen kocht, spielen Tiger und Knirpsi im Babygefängnis. Ich pflücke Plaumen, breche das aber schnell ab. An den Früchten sitzen Bienen und richtig reif sind sie auch noch nicht. Das gute halbe Kilo, das schon im Eimer ist, wandert für Pflaumenmus in den Slowcooker, der Rest darf weiter reifen. Wir essen und stecken Knirpsi dann in die Wanne. Während der Tiger ihn badet, klare ich in der Küche auf. Eine unendliche Geschichte. Es folgen Sandmann und Einschlafritual, der Tiger liest vor. Ich schreibe noch ein paar Mails und beende diesen Beitrag. Gleich gibt es noch eine Folge Supernatural, danach gehen wir ins Bett. Und morgen alles von vorn.

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