30 Tage Yoga: Tag 21

Diese Woche mussten die Präsenzstunden im Studio ausfallen. Enge Termine und Reiserei machten pünktliches Erscheinen unmöglich. Stattdessen stand Selbststudium in Hotelzimmern auf dem Plan. Nicht in allen Fällen so umfangreich wie es sein sollte, aber jeden Tag etwas.

Die abendlichen Einheiten fallen schwerer als die morgendlichen. Faules Katzenvieh das ich nunmal bin, neige ich abends eher zu den weniger anstrengenden Entspannungsübungen. In Zukunft wird das gesplittet.

30 Tage Yoga – Tag 14

Gestern stand ein zweistündiger Workshop auf dem Programm: Büroyoga. Die Hälfte der 10 Teilnehmer bestand aus Gelegenheitssitzern, denen die ungewohnte Belastung wahrscheinlich ebenso in die Knochen geht wie den Extremsitzern zu denen ich mich zähle. Von letzteren konnte ich neben mir noch mindestens einen weiteren ausmachen. Den hatte es noch schlimmer getroffen als mich. Die sitzende Tätigkeit war ihm und seinem Körper eindeutig anzusehen. Statt dem geschwungenen S eher ein gut ausgeprägtes C, Schwierigkeiten bei der Koordination und Dehnung.

Viele der Übungen waren mir bereits aus Einzelstunden und den Physiotherapiesitzungen bekannt. Zum Teil kannte ich sie auch aus dem regulären Unterricht und traf sie hier in abgewandelter Form wieder. Die Katze-Kuh-Kombination kann ich jetzt in vier Variationen ausführen. Drei davon tatsächlich bürotauglich weil im Stehen oder Sitzen ausgeführt.

So effektiv wie die üblichen Übungen sind die Bürovarianten gefühlt nicht. Müssen sie aber nicht sein, denn Ziel ist ja eher die Auflockerung nach kurzen Belastungsphasen. Also etwa 1 bis 2 Übungen je Stunde und zwar bevor sich der Körper durch Schmerzen bemerkbar macht.

Nach dem Ende der Stunde sind Emma und ich nochmal eine der Übungen durchgegangen, die ich auf meinem Hausaufgabenzettel habe: den herunterschauenden Hund in der Unterarmvariante. Noch vor zwei Wochen kam ich dabei kaum ein paar Zentimeter hoch ohne in einen Rundrücken zu geraten. Mittlerweile klappt die Übung gut. Verunsichert ob der schnellen Veränderung bat ich um Korrektur, führte vor – und wurde gelobt. Alles gut, sauber ausgeführt und wesentlich mehr Freiraum im Schulterbereich. Es wird also.

30 Tage Yoga – Tag 11

In mühevoller Kleinarbeit habe ich in den letzten Jahren an meiner Muskulatur gearbeitet. Leider nicht im positiven Sinne.
Langes Sitzen, unregelmäßige Bewegung, einseitige Haltung durch Stunden im Auto und am Computer und als Topping eine Prise Stress. Mit viel Einsatz habe ich mir immer wieder Bretter in den Rücken gezimmert.

Mitten in der Hochsaison, Anfang Dezember, war es dann soweit. Schluss. Aus. Bis hierhin und nicht weiter. Mein Rücken motzte und war nicht länger bereit, das alles auf sich zu nehmen. Was als lokal begrenztes Kribbeln im Rücken begann, breitete sich über die linke Seite aus und mündete in Empfindungsstörungen im Arm. Taubheit, Bewegungsprobleme. Die ganze Palette.
Schmerzmittel linderten den ersten Schub. Danach folgten manuelle Therapie, Krankengymnastik und vorsichtige Yogaübungen zur Lockerung. Aber auch die klare Ansage: So kann das nicht weitergehen. Was vor einiger Zeit noch mit ein paar Massagen behoben werden konnte, hatte sich mittlerweile häuslich niedergelassen.

Diagnose: Blockaden der Rippen-Wirbel-Gelenke durch Hypermobilität und zu schwach ausgeprägte Muskulatur / Verspannung der Muskulatur, weitere Verspannung durch Ausgleich der blockierten / nicht-belastbaren Bereich. Mein Rücken ist ein einziger Physiotherapeutenspielplatz. In jeder Sitzung fanden wir gemeinsam neue Gebiete, die bearbeitet werden müssen. Einziehungen im Rippenbereich, Verkürzungen, Verhärtungen. Nichts was man mal eben korrigiert. Ist ein Problem behoben, kündigt sich das nächste an. Muskeln, die wahrscheinlich Jahre gefaulenzt haben, stehen wieder an vorderster Front. Nicht dass ihnen das gefallen würde.

Noch während der 2-wöchigen Akutphase fasste ich deshalb den Entschluss, mich mehr um mein Sorgenkind zu kümmern. Nachdem ich endlich wieder einsatzfähig war, bestärkten mich meine Teammitglieder und Vorgesetzten darin. Würde ich so weitermachen wie bisher, der nächste Schmerzfall wäre nicht schwer vorauszusagen.

Meine Waffe der Wahl? Yoga. Im Fitness-Studio, das ich zu selten besuche, unterrichtet eine wirklich geduldige und kompetente Trainerin, Emma. Sie hat ein eigenes Yogastudio und ich habe schon einige der von ihr organisierten Workshops besucht. Bisher habe ich das Training allerdings immer hintenangestellt. Das soll sich 2012 ändern. Seit Dezember schon besuche ich mindestens zweimal in der Woche ihre Stunden. Erst im Fitness-Studio, seit Anfang des Jahres jetzt auch in ihrem eigenen Studio. Die Investition in eine zusätzliche Zehnerkarte war eine gute Idee. Die Stunden dauern länger, Emma hat diverse Hilfsmittel und kann einen anderen Fokus als im Fitness-Studio setzen. Wir arbeiten mit Blöcken, mit Gurten, mit Decken, mit Bolstern (große sackartige Kissen), mit Meditationskissen und anderen Dingen. Mit jeder Stunde wurde erst das Taubheitsgefühl im Arm weniger, dann auch das Kribbeln im Rücken. Jetzt ist es fast verschwunden.

Trotzdem fühlt sich mein Rücken noch nicht „normal“ an. Leichte Einziehungen sind noch immer vorhanden, eines der Gelenke blockiert immer mal wieder und generell spüre ich, dass die Muskeln sich erst wieder an die richtige Haltung und Belastung gewöhnen müssen. Das wird auch noch eine Weile so bleiben. Langfristig wünsche ich mir, meinen Rücken nicht mehr so zu spüren und das Hohlkreuz zu beheben. Neben den Stunden im Studio verbringe ich daher jeden Tag auch etwas Zeit mit Übungen, die mir Emma und meine Physiotherapeutin zusammengestellt haben.

Den Januar habe ich dafür zum Yogamonat auserkoren. 30 Tage lang jeden Tag ein wenig Üben, bis sich die Gewohnheit eingeschlichen hat. Bisher klappt das gut. Erste Erfolgserlebnisse zeigen sich auch. Vor zwei Tagen knallte es während der Vorbereitung zu einer unterstützten Schulterstandübung ordentlich in meinem Rücken. Das blockierte Gelenk war nach zwei Wochen Nerverei endlich zurück in die richtige Position gesprungen. Eine Erleichterung. Die rechte Seite fühlte sich gleich wieder länger an, die Bewegungen müheloser. Noch ist meine Muskulatur nicht kräftig genug, um das Gelenk auch dort zu halten, wo es hingehört. Das tägliche De-Blockieren fällt aber leichter. Ein erster Schritt. Noch so viele zu gehen.

Endentspannung

Endentspannung ist neuerdings eines meiner Lieblingsworte – gleich neben Erwachsenen-Ich – und beschreibt die letzten Minuten einer Yoga-Stunde, während der man sich nochmal ganz auf seinen Körper konzentriert und alle Anspannungen abfallen lässt. Da Yoga aber mehr beinhaltet als nur Asanas und es bekanntlich nie schaden kann, sich auf etwas Neues einzulassen, um seinen Horizont zu erweitern, habe ich mich zu einem Yoga-Workshop angemeldet. Man darf gespannt sein.

Wer auch Lust hat und im November in Kiel ist, kann sich bei Emma informieren.