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Ordnungschaffen: Digitalversion Tag 4

Die Ablösung vom Smartphone bzw. den darin innewohnenden Aufmerksamkeitsräubern schreitet stetig voran. Merklich mehr Zeit habe ich deshalb aber noch nicht, was darin liegt, dass diese Woche vollgepackt ist mit privaten Terminen, die dazu führen, dass ich mein Arbeitspensum außen drumrum drapieren muss. Dienstag Trauerfeier, gestern Migräne (nicht geplant), heute das alte Auto gegen ein neues tauschen (endlich Platz hinter dem Tiger) und morgen Baby-TüV für das Bärchen. Auf den Autofahrten checke ich immerhin nicht manisch meine Timeline und auch sonst lässt das Bedürfnis stark nach. Als ich doch mal reinschaue – früher Nachmittag – stelle ich erstaunt fest, dass man sich in meiner kleinen, übriggebliebenen Blase mal wieder kabbelt. Den Grund kann ich nicht so recht nachvollziehen, aber vielleicht bin ich auch schon zu weit weg davon.

Auch bemerkt: Es fällt mir definitiv leichter, mich vom Sofa aufzuraffen, wenn Netflix und Co. dank selbst auferlegtem Limit Tabu sind.

Projekt Ordnungschaffen:

(Offlineversion) Einen Umzugskarton und etwas kleineren Karton mit zerrissenen anderen Kartons gefüllt. Mal aufgehoben, um darin Dinge zu verstauen, dafür habe ich vor einiger Zeit Plastikboxen gekauft, die 1.) einsehbar sind, 2.) sinnvoll stapelbar und 3.) einen dicht schließenden Deckel besitzen. Direkt den Karton für die zu veräußernde Brotschneidemaschine gefunden und Platz im Rumpelraum gewonnen.

Ordnungschaffen: Digitalversion Tag 3

Migräne-Tag. Trotz 4 Stunden im Bett viel geschafft. Die Versuchung, mal schnell durch die Timeline zu flippen, war immer mal da. An die festen Zeiten habe ich mich nicht gehalten, wohl aber das Limit. Insgesamt 3 Stunden weniger am Bildschirm als sonst durchschnittlich. Uff.

Ordnungschaffen: Digitalversion Tag 2

Trauerfeier. Vorher fehlt mir die Möglichkeit der Ablenkung mit dem Telefon. Ablenken von dem, was da kommt.

In den Reden immer wieder Verweise auf die handwerklichen und sportlichen Hobbys. Segeln, Ski-Fahren, Schreinerarbeiten. Auf der Rückfahrt im Zug denke ich immer wieder darüber nach. Newport empfiehlt, sich Beschäftigungen zu suchen, die möglichst (1) aktiv und fordernd statt passiv und konsumierend sind, (2) einen physischen Wert schaffen und (3) soziale Interaktion fördern. Alles richtig gemacht, F., alles richtig gemacht.

Das App-Zeitlimit muss ich neu einstellen. Beim Aktivieren des Sync wurde alles zurückgesetzt.

Ordnungschaffen: Digitalversion Tag 1

Ich lese „Digital Minimalism: Choosing a Focused Life in a Noisy World„ von Cal Newport. Ich mochte „Deep Work„ schon, das hier lese ich erstmal rein aus Interesse an der Kuriosität. Was treibt Menschen dazu, soziale Medien und Technologie abzulehnen? Wie funktioniert das? Schnell wird klar, dass es darum gar nicht geht. Hier schreibt kein digitaler Einsiedler, werden keine 100%-„ganz oder gar nicht„-Entscheidungen gefordert. Vielmehr geht es um Kosten-Nutzen-Orientierung. Wie setze ich meine wichtigsten Ressourcen – Zeit und Aufmerksamkeit – am gewinnbringendsten ein? Man kann das für typisch amerikanisch halten, dieser Hang zur Selbstoptimierung, immer noch ein bisschen besser, schneller, mehr. Man kann sich aber auch die Frage stellen, ob es nicht sinnvoll ist, besser zu haushalten.

Ich bin schnell überzeugt und möchte es ausprobieren. Beobachten, in welchen Situationen ich digitale Medien und Technologien einsetze, was die Motivation ist und was es mit mir macht. Startpunkt soll wie empfohlen ein 4-wöchiges Decluttering, ein Aufräumen und Ausmisten sein. Radikaler Verzicht, der dann gar nicht so radikal ausfallen muss. 70% vollständig verbannen, den Rest unter strengen Auflagen – Newport nennt es operation procedures – nutzen.
Schritt 1: Notifications ausstellen.
Schritt 2: Die Timelines ausmisten.
Schritt 3: Going Dark. Eine Liste fasst zusammen, was wie funktionieren wird in den kommenden Wochen.

  • Instagram: kompletter Verzicht
  • Facebook: kompletter Verzicht (personal messenger ausgenommen)
  • Casual Gaming (Candy Crush etc.): kompletter Verzicht
  • zielloses Surfen (Artikel lesen, Browsen, Blogs durchklicken, etc.): kompletter Verzicht
  • Twitter: max. 30 min am Tag (morgens, mittags, abends) und nur die Accounts, die mir auf einer persönlichen Ebene am Herz liegen. 42 in Summe, dazu ergänzend, die „dark twitter accounts„, die persönlicher sind. Zwischenzeitlich erwäge ich, nur Mutuals zu berücksichtigen, bringe es aber nicht übers Herz, ein paar wenige andere drinzulassen. Einseitige Zuneigung ist auch Zuneigung oder so.
  • Podcasts: keine Einschränkungen, laufen ohnehin nur bei der Hausarbeit nebenbei
  • Messenger: ok, darüber läuft nicht viel, keine Dauerbeschallung
  • PokemonGo / Wizards Unite: 10 Minuten pro Tag, am Wochenende auch mal 60 Minuten
  • Streaming / TV: eine Folge pro Tag, am Wochenende ein Film oder das Äquivalent
  • Private Mails: nur auf wichtiges Screenen, 1-2x am Tag

Die Limits setze ich per „Bildschirmzeit„-App um und synchronisiere sie über die Geräte. Los geht es sofort. Ich überlege erst, bis zum Urlaub zu warten, möchte aber lieber sehen, wie es mir im Alltag damit geht. Wie gedankenlos gehe ich mit der Anbindung an die große weite Welt um?

Der erste Tag läuft gut, aber ich merke, wo es ziept. Morgens steige ich in den Zug nach Hamburg. Ich fliege schnell über meine verschlankte Twittertimeline. Normalerweise würde ich nachlesen, was sich seit gestern Abend getan hat. Die InfoSec-Timeline, größtenteils durch die USA dominiert, würde meinen Morgen bestimmen. Danach oder nebenbei wahrscheinlich die Niantic-Spiele. Drehen, Energie sammeln, Pokemon und Artefakte sammeln. Stattdessen arbeite ich mich durch meine berufliche Mailbox und nutze die Fahrt fast durchgehend produktiv. Ich lese ein paar Kapitel und denke darüber nach, wie ich die Zeit nutzen möchte, die ich jetzt nicht auf kleine Bildschirme starrend verbringe. Ich möchte: das Projekt Ordnungschaffen weiter vorantreiben, lesen, mich sportlich betätigen, Zeit mit der Familie verbringen. Der Tag verläuft produktiv. Auch die Fahrt nach Berlin verbringe ich telefonierend und planend. Lese weiter. Ich schaffe viel und kann am Ziel angekommen Feierabend machen. Muss nicht mal viele Gedanken daran verschwenden, was ich noch tun müsste, weil ich tatsächlich easy über Ziel liege. Normalerweise würde ich Abends noch etwas tun oder am Telefon tippen. Jetzt kann ich die Zeit mit Eltern und Großeltern verbringen und mich ganz darauf konzentrieren. Kein Twitter, kein ständiges Aktualisieren. Selbst die fast leeren Akkus beider Telefone lassen mich kalt.

Fazit: geht gut los.

Vorübergehend geschlossen

Manchmal ziehen uns Ereignisse den Boden unter den Füßen weg. Ich google und google, um zu verstehen, was passiert ist. Mit jedem Detail wird es schlimmer. Uns, meiner Familie, geht es gut. Vielleicht finde ich meine Worte morgen wieder. Vielleicht brauche ich länger Ablenkung, damit meine Gedanken sich nicht verselbstständigen.

14.08.2019 – Große Ereignisse

Gearbeitet und den morgigen Kindergeburtstag vorbereitet. Es gibt Schlimmeres.

13.08.2019 – Tjoa.

Gemacht:

Mail gelesen. Mails gelesen. Mails gelesen. Telefoniert. Außerdem müde gewesen. Das Bärchen bekommt die nächsten Zähne und schläft entsprechend schlecht. Außerdem heute etwas erfahren, dass auch bei uns Erwachsenen erstmal für schlaflose Nächte führt. Nützt aber ja nichts, Pobacken zusammenkneifen, Schultern zurück, Krone richten. 

Noch einen Tag und ich sollte zumindest meine Arbeitspostfächer wieder unter Kontrolle haben. 


Gekocht:

Das allerbeste Milchreisrezept von Frau Küchenlatein. Selbst das Bärchen mochte ihn und das Bärchen ist im Gegensatz zu Knirpsi sehr wählerisch.


Gehört:

Feuerwehrmann Sam.


Gesehen:

Nichts.


Gelesen:

Die „Guido„, neulich gekauft, weil zum Urlaub irgendwie Schundmaterial dazugehört. Nicht weit gekommen, die Konzentration ist heute echt im Eimer.


Projekt Ordnungschaffen:

Auf der Suche nach einer TAN-Liste Kisten sortiert und dabei gleich aussortiert. Der Tiger hat den Sonnenschutz für das alte Auto in die digitalen Kleinanzeigen gesetzt und direkt verkaufen können. Außerdem hat er im Auftrag den Flurschrank in Angriff genommen. Müll flog direkt weg, der Rest wartet auf’s Durchschauen durch mich. (Seine Sachen sind da nicht mehr dabei. Nur noch mein Kram.)



12.08.2019 – Tag 1 nach dem Urlaub

Gemacht:

Vorweg, was ich nicht gemacht habe: Genug Fotos für 12 von 12. Es ging gut los, aber am Nachmittag war dann doch irgendwie die Luft raus.

Heute erster Tag nach dem Urlaub. Kindergarten für Knirpsi – der erst nicht hin und dann nicht wieder weg wollte – Arbeit für mich. Den offiziellen Start habe ich auf morgen gelegt, Kalender und Out-of-Office haben mir heute den Rücken freigehalten. Brauchte ich auch, weil ich erst nicht auf alles Zugriff bekam (Zertifikat abgelaufen, Passwort zur Zertifikatsinstallation abgelaufen, zurücksetzen nur mit Zertifikat möglich – boom, Catch 22), dann eine Reihe Installationen am Rechner liefen und ich einiges an Mails aufzuarbeiten hatte. Immerhin einen von zwei Accounts habe ich fast durch, leider, der wahrscheinlich weniger genutzt wurde. Immerhin hatte auf dem anderen die OoO-Nachricht richtig gegriffen. Morgen also weiter im Takt.


Gekocht:

Mittags schnell vom Tiger aus der MHD-Kiste gerettete Garnelen mit zwei Eier in die Pfanne geworfen. Ich bezweifle, dass man das unter Kochen fassen darf. Ansonsten gab es Reste der letzten Tage.


Gehört:

Eine Episode des beliebtesten Feuerwehrmanns auf dem Planeten als wir Knirpsi abgeholt haben.


Gesehen:

Nichts. Ich wollte eine weitere Folge Orange is the New Black schauen, das wurde durch ein Bärchen und seine Aversion gegen Schlaf aber erfolgreich verhindert.


Gelesen:

Bis auf die Mail und ein paar Infos zu Cyber Mobbing (spannendes Thema, wenngleich ich bisher vor allem alte Literatur dazu gefunden habe) noch nichts, gleich im Bett dann noch weiter in „Wer wir sind„.


Projekt Ordnungschaffen:

Der treue Kaffeevollautomat hat sich verschluckt und soll durch eine neue Maschine ersetzt werden. Nach fast 19.000 Tassen passt das. Der Tiger hat ihn bereits in die digitalen Kleinanzeigen gesetzt und wir haben drumherum mal ordentlich abgeräumt. Dabei landete dann ein bisschen Krams im Müll, unter anderem eine Packung mit Teebeuteln mit MHD 2010. Die möchte selbst ich nicht mehr probieren. Außerdem den Schreibtisch und alle drum herum benutzbar gemacht, der neue Stuhl soll sich ja nicht grämen.

11.08.2019 – Ferienende

Gemacht:

Der letzte freie Tag bevor zumindest für Knirpsi und mich morgen wieder KiTa und Arbeit starten. Das Bärchen hat ja noch keine Verpflichtungen und der Tiger noch eine Woche frei. Wir schlumperten rum und vertrödelten den Tag. Morgens schliefen alle selig aneinander gekuschelt in unserem Bett, nur ich war wach, weil der Platz bei mir eng wurde. Aber schon süß und immerhin hatte das Bärchen tatsächlich 6 Stunden am Stück geschlafen. Neuer Rekord.

Nach Couch und Mittagsschlaf spazierten wir zum Bonboncafe auf der anderen Seite des Flusses und ließen es uns gutgehen. Eine feine Sache, dieser Laden. Heute nur leider furchtbar voll. Drinnen war es warm und stickig und voller Menschen, draußen lauerten die Wespen.

Morgen dann also wieder Spaß bei der Arbeit, ich freue mich. Versüßt wird das Ganze von meinem neuen Schreibtischstuhl, den der Tiger heute noch zusammengebaut hat. Endlich wieder bequem sitzen.


Gekocht:

Broiler auf Kartoffeln. Ein Hähnchen gut würzen und im Bräter fast gar schmurgeln. In der Zeit Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch schälen, in feine Scheiben schneiden, gut vermengen. Das fast gare Hähnchen aus dem Bräter nehmen, durch die Kartoffeln und Co. ersetzen. Reichlich salzen und pfeffern. Das Hähnchen zerteilen und auf die Kartoffeln geben. Bei geschlossenem Topf fertig schmorend.


Gehört:

Wieder nichts.


Gesehen:

Gefühlt alle Minions-Teile, die es gibt. Orange is the new black. Not happy.


Gelesen:

Ein paar Seiten in „Wer wir sind“.

10.08.2019

Zurück zu Bewährtem (zuletzt 2016), aber in umgekehrter Reihenfolge.


Gemacht: Im Garten gewerkelt. 12 Tonnen Schotter wandern nicht alleine an den für sie bestimmten Ort. Mit tatkräftiger Unterstützung war heute Nachmittag dann aber alles im zukünftigen Terrassenbereich verteilt und abgerüttelt. Außerdem ist der untere Pflanzstreifen wieder unkrautfrei und kann jetzt mit Nutzpflanzen versehen werden. Wir haben eine Wildblumenmischung gewählt, die immer mal wieder abgemäht werden soll.


Gekocht: Nichts. Die Küche bleibt an Gartentagen meist kalt und wir grillen stattdessen. Mit Gasgrill geht das jetzt nich komfortabler. Als Beilage gab es fertigen Kartoffel- und Nudelsalat und Bohnensalat, der gut durchgezogen war.

Nachmittags fabrizierte ich dafür noch einen Marmorkuchen, der – man soll sich ja ruhig mal selbst loben – außerordentlich gut gelungen ist.


Gehört: Ganz viel „Du bist gemein, Mama!“ Knirpsis neue Lieblingsphrase. Keine Musik, kein Podcast.


Gesehen: Ich – Einfach unverbesserlich mit Knirpsi


Gelesen: Wer wir sind: Die Erfahrung, ostdeutsch zu sein. Bisher sehr interessant und anregend.